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Verhaltenskodex für europäische Statistiken


Der Verhaltenskodex für europäische Statistiken (Code of Practice) hat eine hohe Bedeutung, um das Vertrauen der Öffentlichkeit in die amtliche Statistik zu gewährleisten. Er wurde erstmals im Mai 2005 vom Ausschuss für das Europäische Statistische System verabschiedet und seitdem zwei Mal, zuletzt im November 2017, revidiert. Der Verhaltenskodex definiert einheitliche Qualitätsstandards für alle statistischen Stellen im Europäischen Statistischen System. Derzeit umfasst er 16 Leitlinien zur Qualitätssicherung (Grundsätze 1,1a bis 6 betreffen den institutionellen Rahmen, 7 bis 10 die statistischen Prozesse und 11 bis 15 die statistischen Produkte) und definiert mehr als 80 Indikatoren, die besonders geeignet sind, in der statistischen Praxis die Einhaltung des jeweiligen Grundsatzes zu fördern.


Was bezweckt der Kodex?

Der Verhaltenskodex soll gewährleisten, dass die amtliche Statistik durchgehend in allen Mitgliedstaaten der EU nach anerkannten wissenschaftlichen Verfahren, frei von externer Einflussnahme und unter Einhaltung gemeinsamer Qualitätsstandards durchgeführt wird. Somit ist die deutsche amtliche Statistik integraler Bestandteil des Europäischen Statistischen Systems. Die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder bekennen sich daher in ihrem Selbstverständnis zu den Grundsätzen des Verhaltenskodex für Europäische Statistiken (Code of Practice).


Was ist anders in der zweiten revidierten Ausgabe des CoP?

  • Neue Präambel
    + Qualitätserklärung des Europäischen Statistischen Systems (ESS)
    + Gründe für die Revision des Code of Practice (CoP)
    + Rolle des Verhaltenskodex, des Europäischen Beratungsgremiums für die Statistische Governance (ESGAB) und des gemeinsamen Qualitätsrahmens des ESS
  • Neuer Grundsatz 1a "Koordinierung und Zusammenarbeit"
    + wichtige Aspekte aus der Verordnung 223/2009 (u. a. zur Koordinierungsrolle der Nationalen Statistischen Ämter (NSÄ) und zur Kooperation mit den Zentralbanken)
  • Berücksichtigung neuer Datenquellen
    + Zugang zu neuen Datenquellen als neuer Indikator 2.4 (Grundsatz "Mandat zur Datenerhebung und Zugang zu Daten")
    + Integration von Daten aus mehreren Quellen (Grundsatz 4 "Verpflichtung zur Qualität")
    + Verwendung anderer Datenquellen - neben Erhebungen und Verwaltungsdaten - und deren Integration zur Reduzierung der Berichterstattungsbelastung (Grundsatz 9 "Vermeidung einer übermäßigen Belastung der Auskunftgebenden")
    + erweiterte Nutzung von Daten aus mehreren Quellen und deren Integration in die statistische Produktion (Grundsatz 12 "Genauigkeit und Zuverlässigkeit")
  • Straffung des Grundsatzes 8 "Geeignete statistische Verfahren"
    + Hervorhebung der Bedeutung prozessbezogener Metadaten
  • Forderungen nach Innovationen zur kontinuierlichen Verbesserung der Produktqualität (Grundsatz 11 "Relevanz")
  • Ergänzung um Aspekte neuer Kommunikationsmethoden und -plattformen, der Metadatenverwaltung sowie der Nutzung von Open Data Standards (Grundsatz 15 "Zugänglichkeit und Klarheit")

Verhaltenskodex für europäische Statistiken - Download (PDF, 458 KB)


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