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Niedersächsischer Kartoffelanbau der Zeit voraus

Pressemitteilung des Landesbetriebes für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen


Datum: 10. Dezember 2012
Nummer 101/12



HANNOVER. In Niedersachsen wirtschaften 14 % aller deutschen Kartoffelanbauer. Nach Mitteilung des Landesbetriebes für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen (LSKN) ernteten sie 46 % der in Deutschland 2012 erzeugten Kartoffeln. Nach Niedersachsen hat Bayern den zweitgrößten Kartoffelanbau unter den Bundesländern. Durchschnittlich pflanzt ein niedersächsischer Kartoffelbauer auf 21,4 ha Kartoffeln, ein bayerischer auf 3,3 ha. Im Jahr 1981 war der Abstand hinsichtlich der Anbaufläche mit 1,8 ha zu 0,7 ha noch sehr gering.

Ein mit den technischen Möglichkeiten gewachsener Anbau und moderne Verarbeiter haben Niedersachsen zum Hauptversorger des deutschen Kartoffelmarktes gemacht. Importe aus den Niederlanden konnten verdrängt und Exporte ermöglicht werden. Das alles bei rückläufigen Kartoffel-Verzehrmengen pro Kopf.

Um die Gesundheit der Kartoffelpflanze zu erhalten, kann der Kartoffelanbau nur jedes dritte oder vierte Jahr auf demselben Feld durchgeführt werden. Wollte ein Betrieb den Kartoffelanbau um 10 Hektar ausdehnen, müsste er bis zu 40 Hektar zupachten. Anbauflächen sind jedoch knapp und teuer. Aus diesem Grund sind „überbetriebliche Fruchtfolgen“ gängige Praxis im niedersächsischen Kartoffelanbaugebiet. Dies bedeutet, dass Nachbarbetriebe Tauschflächen anbieten. Felder mit einer Getreidevorfrucht für ein Kartoffeljahr werden an den Kartoffelspezialist verpachtet und der Getreidespezialist pachtet im Gegenzug Felder mit einer Kartoffelvorfrucht.

2012 sank nun erstmals die Kartoffelfläche pro Betrieb in Niedersachsen, von 22,7 ha in 2011 auf 21,4 ha. Dafür gibt es zwei mögliche Gründe. Die Betriebe passen auf dem Papier ihre Strukturen den geplanten EU-Förderrichtlinien an. Diese Förderrichtlinien sind bezüglich der Fruchtfolgevorschriften eher auf das traditionelle Bauernhofbild ohne Fruchtfolge-Spezialisierungen zugeschnitten. Zum anderen kommt eine Preiskrise hinzu.

Die starke Förderung der Bioenergie und aktuell hohe Getreidepreise haben andere Betriebszweige unter Druck gesetzt, vom Bioanbau bis zu den Masthähnchen. Unter folgende Rahmenbedingen müssen Anbauer und Verarbeiter weitere Anpassungs- und Ausweichstrategien im Konkurrenzdruck um die Flächen entwickeln: keine ausreichenden Pachtflächen für den Kartoffelanbau, zu teure Pachtflächen oder ungünstige Tauschbedingungen, geringe Kartoffelpreise.

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2 Tabellen mit detaillierten Informationen



Ansprechpartner:
Herr Keckl, Tel. 0511 9898-3441
Frau Sauer, Tel. 0511 9898-2464




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