LSN-Logo

Demografische Alterung der Bevölkerung in Niedersachsen erwartet

Landesamt für Statistik Niedersachsen, Pressemitteilung Nr. 047 vom 19.05.2026


  • Weitere Ergebnisse der 5. regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung
  • Anstieg der Anzahl der Personen im Alter von mindestens 65 Jahren um rund 22,7% auf etwa 2,28 Millionen bis zum Jahr 2045
  • Deutliche Bevölkerungsverluste in der Altersgruppe 20 bis unter 65 Jahre von rund 696.000 Personen
  • Demografische Alterung stärker in ländlichen Regionen, vor allem im Umland von Cloppenburg und Vechta

HANNOVER. Die Ergebnisse der 5. regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung des Landesamts für Statistik Niedersachsen (LSN) zeigen deutlich: Niedersachsen wird bis zum Jahr 2045 erheblich demografisch altern. Unter der Annahme moderater Entwicklungen bei Geburtenraten, Lebenserwartung und Zuwanderung steigt die Zahl der Personen ab 65 Jahren von 1,86 Millionen im Jahr 2024 auf rund 2,28 Millionen (+22,7%) im Jahr 2045, während die Anzahl der erwerbsfähigen Bevölkerung im Alter von 20 bis unter 65 Jahren um etwa 696.000 Personen sinkt.

Der Altenquotient, also die Zahl der Menschen ab 65 Jahren je 100 Personen im Erwerbsalter, erhöht sich von 40,0 im Ausgangsjahr 2024 auf 57,8 im Jahr 2045. Das entspricht einem Anstieg von 44,5%. Besonders dramatisch erscheint nach den Berechnungen die Geschwindigkeit der bevorstehenden Veränderungen. Während der Altenquotient in den vergangenen 30 Jahren von 1994 bis 2024 lediglich um 14,4 anstieg, erhöht sich dieser bereits in den nächsten zehn Jahren bis 2035 voraussichtlich um 14,6. Niedersachsen altert damit in der kommenden Dekade etwas stärker als in den drei Jahrzehnten zuvor zusammen.

Dabei verläuft die demografische Alterung regional sehr unterschiedlich. Einige Städte verzeichnen vergleichsweise geringe Zuwächse des Altenquotienten, darunter Achim (+19,2%), Wolfsburg (+21,0%), Laatzen (+24,0%) und Einbeck (+25,2%). Deutlich größere Veränderungen ergeben sich vor allem im ländlichen Raum. So verdoppelt sich im Umland der Stadt Cloppenburg das Verhältnis von Personen im Rentenalter zu Erwerbsfähigen im Betrachtungszeitraum von 30,3 auf 61,4 (+102,6%). Und auch im Umland von Vechta (+81,9%) und im Umland von Oldenburg (+71,5%) erhöht sich der Altenquotient besonders stark.

Die Ursachen für die Entwicklungen unterscheiden sich ebenfalls regional. Während sich in Städten wie u.a. in Göttingen (+5,6%) oder Laatzen (+7,4%) der Anteil der Personen ab 65 Jahren im Vergleich zum Jahr 2024 geringfügig erhöht, wächst diese Altersgruppe um fast 50% im Umland von Cloppenburg oder Vechta. Parallel schrumpft in vielen ländlichen Regionen die Zahl der 20- bis unter 65‑Jährigen stark, wie beispielsweise im Umland von Göttingen (-29,2%), während Städte wie Wolfsburg (-4,3%) deutlich geringere Rückgänge verzeichnen.

Die Ergebnisse der 5. regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung sind für alle niedersächsischen Kreise, kreisfreien Städte sowie Städte und Gemeinden ab 30.000 Einwohnerinnen und Einwohnern und deren Umland interaktiv in Form von Karten, Grafiken und Tabellen in einem Dashboard dargestellt. Neben den Ergebnissen, insbesondere den vorausberechneten Bevölkerungszahlen sowie demografischen Kennzahlen, finden sich dort auch Erläuterungen zur Methodik, vor allem zu den Annahmen und Varianten der Berechnung.

Das Dashboard ist unter dem folgenden Link abrufbar: https://it.statistik.niedersachsen.de/bevoelkerung/dashboard_5_rbv/

Außerdem werden die Ergebnisse in einer Artikelserie im Online-Magazin des LSN nach thematischen Schwerpunkten dargestellt. Ein neuer Artikel der Serie zum „Demografischen Wandel in Niedersachsen“ steht dort ab sofort zur Verfügung.

Methodische Hinweise:
Der Ausgangspunkt für die 5. regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung ist die fortgeschriebene Bevölkerungszahl zum 31.12.2024 auf Basis des Zensus 2022. Der Vorausberechnungszeitraum endet im Jahr 2045. Betrachtet werden alle Landkreise, kreisfreien Städte sowie ausgewählte große Städte mit etwa 30.000 Einwohnerinnen und Einwohnern oder mehr sowie deren Umland, woraus sich 89 Gebiete ergeben.

Langfristige Bevölkerungsvorausberechnungen sind keine Prognosen. Sie liefern „Wenn-Dann-Aussagen“ und zeigen, wie sich die Bevölkerung und deren Struktur unter bestimmten Annahmen verändern würden. Der 5. regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung liegen jeweils drei Annahmen zu Geburtenhäufigkeit, Lebenserwartung und zum Wanderungssaldo sowie deren Verteilung und Entwicklung auf regionaler Ebene zugrunde. Die drei berechneten Varianten zeigen die Spannbreite der möglichen Entwicklungen bis zum Jahr 2045 auf. Eine übersichtliche Darstellung der verwendeten Annahmen ist u.a. auf der Internetseite des LSN zu finden.

Kontakt:
Dr. Falk Voit, Tel. 0511 9898-1160
bevoelkerungsvorausberechnung@statistik.niedersachsen.de


Über das Landesamt für Statistik Niedersachsen
Das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) erstellt auf gesetzlicher Grundlage rund 290 Statistiken zu verschiedenen Themen wie Bevölkerung und Haushalte, Bildung, Erwerbstätigkeit, Finanzen, Wirtschaft und Handel, Industrie oder Umwelt und Energie. Das LSN bietet damit neutrale, verlässliche und fachlich unabhängige Informationen für das Land Niedersachsen, seine Regionen und Kommunen, die mit anderen deutschen und europäischen Daten vergleichbar sind. Diese stehen Politik, Verwaltung, Wirtschaft sowie Bürgerinnen und Bürgern zu Informations- und Planungszwecken sowie als Entscheidungsgrundlage zur Verfügung.

Verbreitung mit Quellenangabe erwünscht.


Herausgeber:
© 2026 Landesamt für Statistik Niedersachsen
Pressestelle, Göttinger Chaussee 76, 30453 Hannover

Telefon: 0511 9898-1016
Telefax: 0511 9898-991016

E-Mail: pressestelle@statistik.niedersachsen.de
https://www.statistik.niedersachsen.de

Mastodon: Norden.social/@Statistik_NI
Bluesky: @statistik.niedersachsen.de
XING: xing.to/LSN

Hinweise zum Datenschutz

Journalistische Anfragen richten Sie bitte an den oben genannten Kontakt.

zum Seitenanfang
zur mobilen Ansicht wechseln