Die Inflationsrate in Niedersachsen lag im April 2026 bei 3,0%
Landesamt für Statistik Niedersachsen, Pressemitteilung Nr. 043 vom 29.04.2026
- Inflationsrate auf höchstem Stand seit Dezember 2023
- Energiepreisanstieg zentraler Faktor für steigende Inflation
- Unterdurchschnittlicher Preisanstieg für „Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke“
- Anstieg der Dienstleistungspreise erstmals seit zwei Jahren wieder unter der 3%-Marke
HANNOVER. Das Niveau der Verbraucherpreise in Niedersachsen hat sich im April 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,0% erhöht. Dies geht aus vorläufigen Ergebnissen des Landesamtes für Statistik Niedersachsen (LSN) hervor. Die Gesamtteuerung erreichte damit den höchsten Stand seit Dezember 2023 (+3,7%). Im März 2026 hatte die Inflationsrate bei 2,6% gelegen. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Verbraucherpreise im April 2026 um 0,7%.
Energiepreisanstieg zentraler Faktor für steigende Inflation
Im April 2026 lagen die Energiepreise (+11,0%) insgesamt deutlich über dem Vorjahresniveau und waren damit Hauptursache für den deutlichen Anstieg bei der Gesamtteuerung. Der Irankrieg und die Blockade der Straße von Hormus waren im April 2026 ausschlaggebend für die erheblichen Preisanstiege bei Kraftstoffen und Heizöl. So verteuerten sich Kraftstoffe gegenüber dem Vorjahresmonat um 27,7%, darunter Diesel (+46,0%) und Superbenzin (+22,4%). Während Haushaltsenergie (+0,1%) nur geringfügig teurer war als vor einem Jahr, zahlten Verbraucherinnen und Verbraucher im April 2026 deutlich mehr für leichtes Heizöl (+69,3%) als im April 2025. Günstiger als vor einem Jahr waren hingegen Erdgas ohne Betriebskosten (-7,8%), Strom (-3,8%), Fernwärme (-2,8%) und feste Brennstoffe (-0,2%).
Der Gesamtindex ohne Heizöl und Kraftstoffe stieg im Vergleich zu April 2025 um 1,9%.
In der Abteilung „Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke“ erhöhten sich die Preise gegenüber April 2025 um 1,5% und entwickelten sich damit im Vergleich zum Gesamtindex weit unterdurchschnittlich. Die Nahrungsmittelpreise stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,2%, die Preise für alkoholfreie Getränke um 3,8%. Besonders deutlich fiel der Preisanstieg für Eier (+15,0%) aus.
Auch für Zucker, Marmelade, Honig und andere Süßwaren (+7,9%, darunter Schokolade: +10,4% und Süßwaren: +10,4%), Fleisch und Fleischwaren (+4,0%; darunter Rind- und Kalbfleisch: +11,8% und Geflügelfleisch: +11,2%) sowie Fisch, Fischwaren und Meeresfrüchte (+3,5%, darunter Fische und Fischfilets, frisch oder gekühlt: +8,4%) mussten Verbraucherinnen und Verbraucher spürbar mehr zahlen als vor einem Jahr. Günstiger als vor einem Jahr waren Speisefette und Speiseöle (-12,9%, darunter Butter: -24,4%), Kartoffeln (-12,4%) und Milch (-7,2%). Bei den alkoholfreien Getränken stiegen die Preise für Kaffee, Tee und Kakao (+12,4%, darunter Kaffee und Ähnliches: +15,6%).
Die Inflationsrate ohne Berücksichtigung von Nahrungsmitteln und Energie, häufig auch als Kerninflation bezeichnet, lag im April 2026 bei 2,3%.
Dienstleistungspreise erstmals seit zwei Jahren wieder unter 3%-Marke
Im April 2026 lagen die Preise für Dienstleistungen um 2,9% über dem Vorjahresniveau. Die Teuerungsrate fiel damit erstmals seit April 2024 (+2,9%) wieder unter die 3%-Marke. Dabei stiegen die Preise für Nettokaltmieten mit 1,8% unterdurchschnittlich und wirkten dämpfend auf den Gesamtanstieg. Ohne Berücksichtigung der Nettokaltmieten erhöhten sich die Dienstleistungspreise um durchschnittlich 3,3%.
Hohe Preisanstiege gegenüber dem Vorjahresmonat gab es insbesondere bei den Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+5,9%, darunter Dienstleistungen der häuslichen Alten- und Behindertenpflege: +8,0%) und Versicherungsdienstleistungen (+5,8%, darunter Versicherungsdienstleistungen für den Verkehr: +7,5% und Versicherungsdienstleistungen für die Gesundheit: +5,2%). Auch die Preise für Freizeit- und Kulturdienstleistungen (+4,7%, darunter Museumsbesuch, Zoobesuch oder Ähnliches: +10,3%) sowie für Übernachtungen (+4,3%) lagen deutlich über dem Vorjahresniveau.
| Tabellen und Abbildungen zum VPI stehen im Internetangebot des LSN bereit | ||
Methodische Hinweise:
Der Verbraucherpreisindex (VPI) misst die durchschnittliche Preisentwicklung aller Waren und Dienstleistungen, die private Haushalte für Konsumzwecke kaufen. Darunter fallen zum Beispiel Nahrungsmittel, Bekleidung und Kraftfahrzeuge ebenso wie Mieten, Reinigungsdienstleistungen oder Reparaturen. Die prozentuale Veränderung des Verbraucherpreisindex gegenüber dem Vorjahresmonat beziehungsweise dem Vorjahr wird umgangssprachlich auch als Inflationsrate bezeichnet.
Die allgemeine Formel zur Berechnung einer prozentualen Veränderungsrate aus zwei Indexständen beruht auf einem Dreisatz: Veränderung in Prozent = neuer Indexstand / alter Indexstand * 100 – 100.
Diese Formel kann sowohl beim Vergleich beliebiger Jahresdurchschnittswerte als auch beim Vergleich beliebiger Berichtsmonate verwendet werden. In der Verbraucherpreisstatistik werden üblicherweise Veränderungsraten für das Vorjahr sowie den Vormonat und den Vorjahresmonat berechnet.
Informationen zu den Maßnahmen der Entlastungspakete und deren Wirksamkeit auf die Verbraucherpreisindizes finden Sie auf der Webseite des Statistischen Bundesamtes.
Erscheint bis zum 6. Mai 2026 keine Korrektur, sind die veröffentlichten Ergebnisse als endgültig anzusehen.
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Sebastian Fischer, Tel. 0511 9898-2351
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