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Die Inflationsrate in Niedersachsen lag im August 2026 bei 2,9%

Landesamt für Statistik Niedersachsen, Pressemitteilung Nr. 087 vom 31.08.2026


  • Inflationsrate gegenüber dem Juli 2026 gestiegen
  • Deutlicher Anstieg der Energiepreise im Jahresvergleich (+10,2%)
  • Nahrungsmittelpreise gegenüber Vorjahresmonat gesunken (-0,5%)
  • Dienstleistungspreise (ohne Nettokaltmieten) weiterhin auf hohem Niveau (+3,4%)
  • Nettokaltmieten moderat (+2,1%), Wohnungsnebenkosten merklich gestiegen (+5,0%)

HANNOVER. Das Niveau der Verbraucherpreise in Niedersachsen hat sich im August 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,9% erhöht. Dies geht aus vorläufigen Ergebnissen des Landesamtes für Statistik Niedersachsen (LSN) hervor. Im Juli 2026 hatte die Inflationsrate bei 2,7% gelegen. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Verbraucherpreise im August 2026 um 0,2%.

Energiepreise: Deutlicher Anstieg im Jahresvergleich
Im August 2026 lagen die Energiepreise mit einem Anstieg von 10,2% deutlich über dem Niveau des Vorjahresmonats und trugen wie bereits in den letzten Monaten spürbar zur Gesamtteuerung bei. Die Preise für Kraftstoffe stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 27,9%, darunter Diesel (+42,2%) und Superbenzin (+23,6%). Während Haushaltsenergie (-1,0%) günstiger war als im Vorjahresmonat, zahlten Verbraucherinnen und Verbraucher deutlich mehr für leichtes Heizöl (+54,3%). Die Preise für feste Brennstoffe waren um 1,8% höher als im August 2025. Günstiger als vor einem Jahr waren hingegen Fernwärme (-6,6%), Erdgas ohne Betriebskosten (-6,9%) und Strom (-3,7%). Der Gesamtindex ohne Heizöl und Kraftstoffe stieg gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,8%.

Nahrungsmittelpreise gegenüber Vorjahresmonat gesunken
Im Bereich der Nahrungsmittel sanken die Preise gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,5% und wirkten der Inflation entgegen. Hohe Preisanstiege gegenüber August 2025 gab es für Kopfsalat oder Eisbergsalat (+28,3%), Möhren (+16,3%), Eier (+11,6%), Paprika (+8,5%), Salzgebäck (+7,3%) und Zucker (+6,7%).

Preisrückgänge gegenüber dem Vorjahresmonat gab es hingegen bei Butter (-29,1%) und Milch (-10,3%). Die Preise für Obst (frisch oder gekühlt) gingen im Vergleich zum Vorjahresmonat insgesamt um 7,4% zurück, insbesondere für Äpfel (-9,2%), Orangen (-7,6%) und Weintrauben (-7,1%) sanken die Preise deutlich.

Die Inflationsrate ohne Berücksichtigung von Nahrungsmitteln und Energie, häufig auch als Kerninflation bezeichnet, lag im August 2026 bei 2,5%.

Dienstleistungspreise (ohne Nettokaltmieten) weiterhin auf hohem Niveau
Im August 2026 waren die Preise für Dienstleistungen (ohne Nettokaltmieten) um 3,4% höher als im Vorjahresmonat. Gaststätten- und Beherbergungsdienstleistungen stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,5% (davon Übernachtungen: +2,3%, Gaststättendienstleistungen: +3,8%). Hohe Preisanstiege gegenüber dem Vorjahresmonat gab es insbesondere bei der Personen- und Güterbeförderung (+6,0%) sowie den Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+5,6%). Die Preise für Freizeit- und Kulturdienstleistungen (+0,9%) stiegen gegenüber August 2025 vergleichsweise moderat an.

Nettokaltmieten moderat, Wohnungsnebenkosten merklich gestiegen
Die Nettokaltmieten einschließlich Wohnungsnebenkosten waren 2,4% höher als im Vorjahresmonat. Dabei stiegen die Nettokaltmieten um 2,1%, während die Wohnungsnebenkosten im August 2026 mit einem Anstieg von 5,0% deutlich über dem Niveau des Vorjahresmonats lagen, darunter insbesondere die Preise für die Müllabfuhr (+5,4%), Abwasserentsorgung (+3,9%) sowie Wasserversorgung (+3,7%).

Der Gesamtindex für Dienstleistungen insgesamt stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,0%.


Tabellen und Abbildungen zum VPI stehen im Internetangebot des LSN bereit

Methodische Hinweise:
Der Verbraucherpreisindex (VPI) misst die durchschnittliche Preisentwicklung aller Waren und Dienstleistungen, die private Haushalte für Konsumzwecke kaufen. Darunter fallen zum Beispiel Nahrungsmittel, Bekleidung und Kraftfahrzeuge ebenso wie Mieten, Reinigungsdienstleistungen oder Reparaturen. Die prozentuale Veränderung des Verbraucherpreisindex gegenüber dem Vorjahresmonat beziehungsweise dem Vorjahr wird umgangssprachlich auch als Inflationsrate bezeichnet.

Die allgemeine Formel zur Berechnung einer prozentualen Veränderungsrate aus zwei Indexständen beruht auf einem Dreisatz: Veränderung in Prozent = neuer Indexstand / alter Indexstand * 100 – 100.

Diese Formel kann sowohl beim Vergleich beliebiger Jahresdurchschnittswerte als auch beim Vergleich beliebiger Berichtsmonate verwendet werden. In der Verbraucherpreisstatistik werden üblicherweise Veränderungsraten für das Vorjahr sowie den Vormonat und den Vorjahresmonat berechnet.

Informationen zu den Maßnahmen der Entlastungspakete und deren Wirksamkeit auf die Verbraucherpreisindizes finden Sie auf der Webseite des Statistischen Bundesamtes.

Erscheint bis zum 4. September 2026 keine Korrektur, sind die veröffentlichten Ergebnisse als endgültig anzusehen.

Kontakt:
Mert Yilmaz, Tel. 0511 9898-2370
Sebastian Fischer, Tel. 0511 9898-2351


Über das Landesamt für Statistik Niedersachsen
Das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) erstellt auf gesetzlicher Grundlage rund 290 Statistiken zu verschiedenen Themen wie Bevölkerung und Haushalte, Bildung, Erwerbstätigkeit, Finanzen, Wirtschaft und Handel, Industrie oder Umwelt und Energie. Das LSN bietet damit neutrale, verlässliche und fachlich unabhängige Informationen für das Land Niedersachsen, seine Regionen und Kommunen, die mit anderen deutschen und europäischen Daten vergleichbar sind. Diese stehen Politik, Verwaltung, Wirtschaft sowie Bürgerinnen und Bürgern zu Informations- und Planungszwecken sowie als Entscheidungsgrundlage zur Verfügung.

Verbreitung mit Quellenangabe erwünscht.


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