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Die Inflationsrate in Niedersachsen lag im Mai 2026 bei 2,7%

Landesamt für Statistik Niedersachsen, Pressemitteilung Nr. 052 vom 29.05.2026


  • Inflationsrate gegenüber dem April 2026 gesunken
  • Energiepreise: Deutlicher Anstieg im Jahresvergleich, Rückgang gegenüber Vormonat
  • Preisauftrieb für „Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke“ deutlich unterdurchschnittlich
  • Dienstleistungspreise weiterhin auf hohem Niveau

HANNOVER. Das Niveau der Verbraucherpreise in Niedersachsen hat sich im Mai 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,7% erhöht. Dies geht aus vorläufigen Ergebnissen des Landesamtes für Statistik Niedersachsen (LSN) hervor. Im April 2026 hatte die Inflationsrate bei 3,0% gelegen. Gegenüber dem Vormonat sanken die Verbraucherpreise im Mai 2026 um 0,2%.

Energiepreise: Deutlicher Anstieg im Jahresvergleich, Rückgang gegenüber Vormonat
Im Mai 2026 lagen die Energiepreise mit einem Anstieg von 7,7% deutlich über dem Niveau des Vorjahresmonats und trugen wie in den letzten beiden Monaten spürbar zur Gesamtteuerung bei. Die Preise für Kraftstoffe stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 20,7%, darunter Diesel (+32,4%) und Superbenzin (+17,2%). Während Haushaltsenergie (-0,5%) geringfügig günstiger war als im letzten Jahr, zahlten Verbraucherinnen und Verbraucher im Mai 2026 deutlich mehr für leichtes Heizöl (+59,6%) als im Mai 2025. Günstiger als vor einem Jahr waren hingegen Erdgas ohne Betriebskosten (-7,8%), Strom (-3,8%), Fernwärme (-2,8%) und feste Brennstoffe (-0,9%). Der Gesamtindex ohne Heizöl und Kraftstoffe stieg im Vergleich zu Mai 2025 um 1,9%.

Im Vergleich zum Vormonat (April 2026) sanken die Energiepreise, trotz des hohen Preisniveaus für Heizöl und Kraftstoffe, um 3,5%. Gegenüber dem Vormonat gingen die Preise für Dieselkraftstoff um 11,4% und für Superbenzin um 5,2% zurück. Auch leichtes Heizöl verbilligte sich innerhalb eines Monats um 8,2%.

Preisauftrieb für „Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke“ deutlich unterdurchschnittlich
In der Abteilung „Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke“ erhöhten sich die Preise gegenüber Mai 2025 um 0,5% und entwickelten sich damit im Vergleich zum Gesamtindex weit unterdurchschnittlich. Die Nahrungsmittelpreise stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,4%, die Preise für alkoholfreie Getränke um 1,9%. Besonders deutlich fiel der Preisanstieg für Eier (13,4%) aus. Auch für Zucker, Marmelade, Honig und andere Süßwaren (+5,5%, darunter Süßwaren: +8,2% und Zucker: +6,9%) sowie Fleisch und Fleischwaren (+2,8%; darunter Geflügelfleisch: +8,7% und Rind- und Kalbfleisch: +7,5%) mussten Verbraucherinnen und Verbraucher spürbar mehr zahlen als vor einem Jahr. Günstiger als vor einem Jahr waren Speisefette und Speiseöle (-16,2%, darunter Butter: -28,0%), Kartoffeln (-13,8%) sowie Käse und Quark (-7,7%). Bei den alkoholfreien Getränken stiegen die Preise für Kaffee, Tee und Kakao (+5,4%, darunter Kaffee und Ähnliches: +6,1%).

Die Inflationsrate ohne Berücksichtigung von Nahrungsmitteln und Energie, häufig auch als Kerninflation bezeichnet, lag im Mai 2026 bei 2,5%.

Dienstleistungspreise weiterhin auf hohem Niveau
Im Mai 2026 waren die Preise für Dienstleistungen insgesamt um 3,2% höher als im Vorjahresmonat. Dabei stiegen die Preise für Nettokaltmieten mit 1,8% unterdurchschnittlich und wirkten dämpfend auf den Gesamtanstieg. Ohne Berücksichtigung der Nettokaltmieten erhöhten sich die Dienstleistungspreise um durchschnittlich 3,9%.

Hohe Preisanstiege gegenüber dem Vorjahresmonat gab es insbesondere bei Versicherungsdienstleistungen für den Verkehr (+6,4%) sowie bei der Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+5,8%).


Tabellen und Abbildungen zum VPI stehen im Internetangebot des LSN bereit

Methodische Hinweise:
Der Verbraucherpreisindex (VPI) misst die durchschnittliche Preisentwicklung aller Waren und Dienstleistungen, die private Haushalte für Konsumzwecke kaufen. Darunter fallen zum Beispiel Nahrungsmittel, Bekleidung und Kraftfahrzeuge ebenso wie Mieten, Reinigungsdienstleistungen oder Reparaturen. Die prozentuale Veränderung des Verbraucherpreisindex gegenüber dem Vorjahresmonat beziehungsweise dem Vorjahr wird umgangssprachlich auch als Inflationsrate bezeichnet.

Die allgemeine Formel zur Berechnung einer prozentualen Veränderungsrate aus zwei Indexständen beruht auf einem Dreisatz: Veränderung in Prozent = neuer Indexstand / alter Indexstand * 100 – 100.

Diese Formel kann sowohl beim Vergleich beliebiger Jahresdurchschnittswerte als auch beim Vergleich beliebiger Berichtsmonate verwendet werden. In der Verbraucherpreisstatistik werden üblicherweise Veränderungsraten für das Vorjahr sowie den Vormonat und den Vorjahresmonat berechnet.

Informationen zu den Maßnahmen der Entlastungspakete und deren Wirksamkeit auf die Verbraucherpreisindizes finden Sie auf der Webseite des Statistischen Bundesamtes.

Erscheint bis zum 5. Juni 2026 keine Korrektur, sind die veröffentlichten Ergebnisse als endgültig anzusehen.

Kontakt:
Mert Yilmaz, Tel. 0511 9898-2370
Sebastian Fischer, Tel. 0511 9898-2351


Über das Landesamt für Statistik Niedersachsen
Das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) erstellt auf gesetzlicher Grundlage rund 290 Statistiken zu verschiedenen Themen wie Bevölkerung und Haushalte, Bildung, Erwerbstätigkeit, Finanzen, Wirtschaft und Handel, Industrie oder Umwelt und Energie. Das LSN bietet damit neutrale, verlässliche und fachlich unabhängige Informationen für das Land Niedersachsen, seine Regionen und Kommunen, die mit anderen deutschen und europäischen Daten vergleichbar sind. Diese stehen Politik, Verwaltung, Wirtschaft sowie Bürgerinnen und Bürgern zu Informations- und Planungszwecken sowie als Entscheidungsgrundlage zur Verfügung.

Verbreitung mit Quellenangabe erwünscht.


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