Die Inflationsrate in Niedersachsen lag im September 2026 bei 3,3%
Landesamt für Statistik Niedersachsen, Pressemitteilung Nr. 097 vom 30.09.2026
- Inflationsrate auf höchstem Stand seit Dezember 2023
- Deutlicher Anstieg der Energiepreise im Jahresvergleich (+14,3%)
- Nahrungsmittelpreise gegenüber Vorjahresmonat nur leicht erhöht (+0,3%)
- Dienstleistungspreise (ohne Nettokaltmieten) weiterhin auf hohem Niveau (+3,2%)
- Nettokaltmieten moderat (+1,9%), Wohnungsnebenkosten merklich gestiegen (+5,2%)
HANNOVER. Das Niveau der Verbraucherpreise in Niedersachsen hat sich im September 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,3% erhöht. Dies geht aus vorläufigen Ergebnissen des Landesamtes für Statistik Niedersachsen (LSN) hervor. Die Inflationsrate stieg damit bereits den dritten Monat in Folge und hat den höchsten Stand seit Dezember 2023 (+3,7%) erreicht. Im August 2026 hatte sie bei 2,9% gelegen. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Verbraucherpreise im September 2026 um 0,6%.
Energiepreise: Deutlicher Anstieg im Jahresvergleich
Im September 2026 lagen die Energiepreise mit einem Anstieg von 14,3% deutlich über dem Niveau des Vorjahresmonats und trugen wie bereits in den letzten Monaten wesentlich zur Gesamtteuerung bei. Die Preise für Kraftstoffe stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 36,8%, darunter Diesel (+51,1%) und Superbenzin (+32,8%). Während die Preise für Haushaltsenergie (+0,0%) insgesamt auf dem Niveau des Vorjahresmonats blieben, zahlten Verbraucherinnen und Verbraucher deutlich mehr für leichtes Heizöl (+75,7%). Die Preise für feste Brennstoffe waren um 12,1% höher als im September 2025. Günstiger als vor einem Jahr waren hingegen Erdgas ohne Betriebskosten (-6,9%), Fernwärme (-6,6%), und Strom (-3,7%). Der Gesamtindex ohne Heizöl und Kraftstoffe stieg gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,9%.
Nahrungsmittelpreise gegenüber dem Vorjahresmonat nur leicht erhöht
Im Bereich der Nahrungsmittel stiegen die Preise gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,3% und entwickelten sich damit deutlich schwächer als die Verbraucherpreise insgesamt. Hohe Preisanstiege gegenüber dem September 2025 gab es unter anderem für Eier (+13,3%), Fische und Fischfilets, frisch oder gekühlt (+6,7%), Rind- und Kalbfleisch (+5,9%) sowie Zucker (+5,5%). Auch Gemüse verteuerte sich gegenüber dem Vorjahresmonat um insgesamt 7,0%, darunter Gurken (+22,1%), Kopfsalat oder Eisbergsalat (+18,1%), Tomaten (+15,1%) und Kartoffeln (+10,1%).
Preisrückgänge gegenüber dem Vorjahresmonat gab es hingegen bei Butter (-27,3%) und Milch (-8,8%). Die Preise für Kaffee und Ähnliches sanken gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,8%.
Die Inflationsrate ohne Berücksichtigung von Nahrungsmitteln und Energie, häufig auch als Kerninflation bezeichnet, lag im September 2026 bei 2,5%.
Dienstleistungspreise (ohne Nettokaltmieten) weiterhin auf hohem Niveau
Im September 2026 waren die Preise für Dienstleistungen (ohne Nettokaltmieten) um 3,2% höher als im Vorjahresmonat. Gaststätten- und Beherbergungsdienstleistungen stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,7% (davon Gaststättendienstleistungen: +3,9%, Übernachtungen: +3,3%). Hohe Preisanstiege gegenüber dem Vorjahresmonat gab es insbesondere bei der Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+6,6%), den Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+5,6%) sowie der Personen- und Güterbeförderung (+4,7%).
Nettokaltmieten moderat, Wohnungsnebenkosten merklich gestiegen
Die Nettokaltmieten einschließlich Wohnungsnebenkosten waren 2,4% höher als im Vorjahresmonat. Dabei stiegen die Nettokaltmieten um 1,9%, während die Wohnungsnebenkosten im September 2026 mit einem Anstieg von 5,2% deutlich über dem Niveau des Vorjahresmonats lagen, darunter insbesondere die Preise für die Müllabfuhr (+5,4%), Abwasserentsorgung (+3,9%) sowie Wasserversorgung (+3,7%).
Der Gesamtindex für Dienstleistungen insgesamt stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,9%.
| Tabellen und Abbildungen zum VPI stehen im Internetangebot des LSN bereit | ||
Methodische Hinweise:
Der Verbraucherpreisindex (VPI) misst die durchschnittliche Preisentwicklung aller Waren und Dienstleistungen, die private Haushalte für Konsumzwecke kaufen. Darunter fallen zum Beispiel Nahrungsmittel, Bekleidung und Kraftfahrzeuge ebenso wie Mieten, Reinigungsdienstleistungen oder Reparaturen. Die prozentuale Veränderung des Verbraucherpreisindex gegenüber dem Vorjahresmonat beziehungsweise dem Vorjahr wird umgangssprachlich auch als Inflationsrate bezeichnet.
Die allgemeine Formel zur Berechnung einer prozentualen Veränderungsrate aus zwei Indexständen beruht auf einem Dreisatz: Veränderung in Prozent = neuer Indexstand / alter Indexstand * 100 – 100.
Diese Formel kann sowohl beim Vergleich beliebiger Jahresdurchschnittswerte als auch beim Vergleich beliebiger Berichtsmonate verwendet werden. In der Verbraucherpreisstatistik werden üblicherweise Veränderungsraten für das Vorjahr sowie den Vormonat und den Vorjahresmonat berechnet.
Informationen zu den Maßnahmen der Entlastungspakete und deren Wirksamkeit auf die Verbraucherpreisindizes finden Sie auf der Webseite des Statistischen Bundesamtes.
Erscheint bis zum 6. Oktober 2026 keine Korrektur, sind die veröffentlichten Ergebnisse als endgültig anzusehen.
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