Knapp 96.500 Menschen erhielten Ende 2025 Eingliederungshilfe in Niedersachsen
Landesamt für Statistik Niedersachsen, Pressemitteilung Nr. 089 vom 02.09.2026
- Zahl der Leistungsempfängerinnen und Leistungsempfänger stieg 2025 auf 96.495
- Durchschnittsalter der Leistungsbeziehenden betrug 33,4 Jahre
- Ausgaben für Eingliederungshilfen seit 2020 um 41,2% gestiegen
HANNOVER. Zum Jahresende 2025 erhielten in Niedersachsen 96 495 Personen Leistungen der Eingliederungshilfe nach dem Neunten Buch Sozialgesetzbuch (SGB IX). Wie das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) mitteilt, waren 58,9% der Leistungsbeziehenden männlich und 41,1% weiblich.
Die Eingliederungshilfe umfasst Leistungen für Menschen mit Behinderungen, die eine selbstbestimmte Lebensführung und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben unterstützen sollen. Dazu zählen insbesondere Leistungen zur sozialen Teilhabe, zur Teilhabe an Bildung, zur Teilhabe am Arbeitsleben sowie heilpädagogische Leistungen.
Mit 30.540 Personen war knapp ein Drittel (31,6%) der Leistungsempfängerinnen und Leistungsempfänger jünger als 18 Jahre. Die größte Gruppe bildeten die 18- bis unter 65-Jährigen mit 59.220 Personen (61,4 %). Davon waren 26.965 Leistungsbeziehende 18 bis unter 40 Jahre alt und 32.255 Personen 40 bis unter 65 Jahre alt. Weitere 6.735 Personen (7,0%) waren 65 Jahre oder älter. Das Durchschnittsalter sank gegenüber 2020 von 34,0 auf 33,4 Jahre.
Die Zahl der Leistungsbeziehenden stieg gegenüber 2020 kontinuierlich an (+13,5%). Dabei entwickelten sich die einzelnen Leistungsarten unterschiedlich. Während die Zahl der Empfängerinnen und Empfänger von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben zurückging (-1,6%), nahmen die Fallzahlen bei den Leistungen zur Teilhabe an Bildung (+28,3%), den heilpädagogischen Leistungen (+21,7%) sowie den Leistungen zur sozialen Teilhabe (+15,0%) zu. Bei den Leistungen zur sozialen Teilhabe stiegen insbesondere die Assistenzleistungen kontinuierlich an (+13,5%).
Für die Eingliederungshilfe wurden im Berichtsjahr 2025 3,6 Mrd. Euro in Niedersachsen aufgewendet. Diesen Ausgaben standen Einnahmen von rund 84 Mio. Euro gegenüber, sodass sich die Nettoausgaben auf 3,5 Mrd. Euro beliefen. Mit 2,4 Mrd. Euro entfiel der größte Teil der Ausgaben auf Leistungen zur sozialen Teilhabe. Insgesamt stiegen die Ausgaben gegenüber 2020 um 41,2%.
Weiterführende Daten und Informationen zum Thema Eingliederungshilfe in Niedersachsen finden Sie in den veröffentlichten Tabellen auf unserer Webseite.
Die Statistiken zur Eingliederungshilfe nach dem SGB IX werden seit dem Berichtsjahr 2020 in der vorliegenden Form erhoben. Die Tabellenwerte der Empfängerinnen und Empfänger werden vor der Veröffentlichung mittels 5er-Rundung geheim gehalten. Bei der 5er-Rundung werden alle absoluten Werte einer Tabelle mit Personenangaben auf den nächsten durch 5 teilbaren Wert auf- oder abgerundet. Das Merkmal Geschlecht wird mit vier Ausprägungen erfasst: weiblich, männlich, divers und ohne Angabe (§22 Abs. 3 PStG). Personen mit der Ausprägung „divers“ bzw. „ohne Angabe“ werden aus Gründen der statistischen Geheimhaltung per Zufallsprinzip dem männlichen oder weiblichen Geschlecht zugeordnet.
Kontakt:
Herr Schneider, Tel. 0511 9898-1041
Frau Köhler, Tel. 0511 9898-2242
Über das Landesamt für Statistik Niedersachsen
Das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) erstellt auf gesetzlicher Grundlage rund 290 Statistiken zu verschiedenen Themen wie Bevölkerung und Haushalte, Bildung, Erwerbstätigkeit, Finanzen, Wirtschaft und Handel, Industrie oder Umwelt und Energie. Das LSN bietet damit neutrale, verlässliche und fachlich unabhängige Informationen für das Land Niedersachsen, seine Regionen und Kommunen, die mit anderen deutschen und europäischen Daten vergleichbar sind. Diese stehen Politik, Verwaltung, Wirtschaft sowie Bürgerinnen und Bürgern zu Informations- und Planungszwecken sowie als Entscheidungsgrundlage zur Verfügung.
