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Zahl der niedersächsischen Handwerksunternehmen ging 2024 um 1,0% zurück

Landesamt für Statistik Niedersachsen, Pressemitteilung Nr. 063 vom 01.07.2026


  • Umsatzrückgang von 0,9% gegenüber dem Vorjahr
  • Rund 578.000 Personen in niedersächsischen Handwerksunternehmen tätig
  • Beinahe jede fünfte tätige Person geringfügig beschäftigt (19,5%)

HANNOVER. Wie das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) mitteilt, gab es im Jahr 2024 in Niedersachsen 46.194 Handwerksunternehmen mit rund 578.000 tätigen Personen. Im Durchschnitt waren damit 13 Personen in einem Unternehmen des zulassungspflichtigen oder zulassungsfreien Handwerks tätig. Die Unternehmen erzielten einen Gesamtumsatz in Höhe von 75,5 Mrd. Euro. Gegenüber dem Jahr 2023 ging die Gesamtzahl der Handwerksunternehmen um 1,0% (445 Unternehmen) und der Umsatz um 0,9% zurück.

Regional betrachtet wurde beinahe die Hälfte des Umsatzes (49,2%) aller niedersächsischen Handwerksunternehmen in der Statistischen Region Weser-Ems erwirtschaftet. Hier waren mit 42,2% auch die meisten Personen tätig. In der Statistischen Region Braunschweig waren es mit 15,4% dagegen am wenigsten.

Im Jahr 2024 waren mit knapp 161.000 tätigen Personen mehr als ein Viertel (27,8%) im Ausbaugewerbe beschäftigt. In dieser Gewerbegruppe, zu der u.a. die Bereiche Elektrotechnik, Installation und Heizungsbau, Tischlerei sowie Malerei und Lackiererei gehören, wurden Umsätze in Höhe von insgesamt rund 20,5 Mrd. Euro erzielt.

Die Gewerbegruppe mit dem zweithöchsten Beschäftigtenanteil (annähernd 154.000 Personen bzw. 26,6%) waren die Handwerke für den gewerblichen Bedarf, zu denen unter anderem die Gebäudereinigung zählt. In der Gebäudereinigung waren insgesamt knapp 78.000 Personen tätig, wobei beinahe jede zweite Person (48,6%) einer geringfügigen Beschäftigung (geringfügig entlohnt beschäftigt bzw. kurzfristig beschäftigt) nachging. Im Durchschnitt über alle Handwerksunternehmen waren 19,5% der tätigen Personen geringfügig beschäftigt. Der höchste Anteil lag im Gewerbezweig der Bestattungsunternehmen mit fast 49,8% vor.

Vergleichsweise hohe Umsätze je tätiger Person wiesen insbesondere das Kraftfahrzeuggewerbe (260.700 Euro) und das Bauhauptgewerbe (179.300 Euro) auf. Demgegenüber erzielten die Handwerke für den privaten Bedarf (z.B. Frisöre, Kosmetiker) durchschnittlich geringere Umsätze je tätiger Person (52.700 Euro) und waren mit 5 tätigen Personen je Unternehmen gleichzeitig kleinbetrieblicher strukturiert. Überdurchschnittlich war die Zahl der tätigen Personen dagegen im Lebensmittelgewerbe (40 Personen je Unternehmen).


Methodische Hinweise:
Die Ergebnisse der Handwerkszählung beruhen auf einer registergestützten Auswertung von Verwaltungsdaten. Nicht berücksichtigt wurden hier Kleinstbetriebe, die im Jahr 2024 weder steuerbare Umsätze noch sozialversicherungspflichtig Beschäftigte angegeben hatten. Die Handwerkszählung 2024 wurde auf Basis der Handwerksordnung 2021 erstellt.

Das Statistische Unternehmensregister stellt beginnend mit dem Berichtsjahr 2024 die einzelnen Beschäftigtenmerkmale auf das sogenannte Jobkonzept um. Das bedeutet, dass abhängig Beschäftigte mit mehr als einem Beschäftigungsverhältnis mit jedem ihrer Beschäftigungsverhältnisse nachgewiesen werden, unabhängig davon, ob es sich um ihre Haupt- oder eine Nebentätigkeit handelt. Es werden künftig also Beschäftigungsverhältnisse (Jobs) dargestellt. Das bis einschließlich Berichtsjahr 2023 geltende Personenkonzept berücksichtigte Personen mit mehr als einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis nur einfach (in ihrer Haupttätigkeit).

Darüber hinaus ändert sich, dass statt der „geringfügig entlohnt Beschäftigten“ ab dem Berichtsjahr 2024 die „geringfügig Beschäftigten“ dargestellt werden, die sich aus der Summe der geringfügig entlohnt Beschäftigten und der kurzfristig Beschäftigten ergeben. Bis zum Berichtsjahr 2023 konnten kurzfristig Beschäftigte nicht nachgewiesen werden. Die Zahl der „geringfügig entlohnt Beschäftigten“ wird zukünftig nicht mehr als alleinstehendes Merkmal dargestellt. Ein Vergleich der Beschäftigtenzahlen für das Jahr 2024 mit den Vorjahren ist daher nicht möglich.

Kontakt:
Rita Skorka, Tel. 0511 9898-3149
Hanna Sophia Uecker, Tel. 0511 9898-1017
Dezernat31-Auswertung@statistik.niedersachsen.de


Über das Landesamt für Statistik Niedersachsen
Das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) erstellt auf gesetzlicher Grundlage rund 290 Statistiken zu verschiedenen Themen wie Bevölkerung und Haushalte, Bildung, Erwerbstätigkeit, Finanzen, Wirtschaft und Handel, Industrie oder Umwelt und Energie. Das LSN bietet damit neutrale, verlässliche und fachlich unabhängige Informationen für das Land Niedersachsen, seine Regionen und Kommunen, die mit anderen deutschen und europäischen Daten vergleichbar sind. Diese stehen Politik, Verwaltung, Wirtschaft sowie Bürgerinnen und Bürgern zu Informations- und Planungszwecken sowie als Entscheidungsgrundlage zur Verfügung.

Verbreitung mit Quellenangabe erwünscht.


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