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Der Mikrozensus, eine Haushaltsbefragung der amtlichen Statistik

Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN)


Symbolbild Der Mikrozensus , eine Haushaltsbefragung der amtlichen Statistik Bildrechte: Statistische Ämter des Bundes und der Länder

Der Mikrozensus wird gemeinsam von den Statistischen Ämtern des Bundes und der Länder durchgeführt. Die organisatorische und technische Vorbereitung obliegt dem Statistischen Bundesamt, die eigentliche Erhebung und Erhebungsaufbereitung wird von den Statistischen Ämtern der Länder durchgeführt, in Niedersachsen durch das LSN. Umfangreiche Informationen zum Mikrozensus und Antworten auf häufige Fragen finden Sie unter www.mikrozensus.de.


Für den Mikrozensus gibt es eine eigene Rechtsgrundlage (PDF, 233 KB), das "Gesetz zur Durchführung einer Repräsentativstatistik über die Bevölkerung und die Arbeitsmarktbeteiligung sowie die Wohnsituation der Haushalte (Mikrozensusgesetz - MZG) vom 7. Dezember 2016".

Daten zum Mikrozensus wurden erstmals im Jahre 1957 erhoben, seit 1968 ist die Arbeitskräftestichprobe der Europäischen Union in den Mikrozensus integriert. Von 1957 bis 2004 wurde der Mikrozensus in der Bundesrepublik Deutschland als jährliche Repräsentativstatistik über die Bevölkerung und die Beteiligung am Erwerbsleben nach dem Konzept der festen Berichtswoche durchgeführt. Seit Beginn des Jahres 2005 wird der Mikrozensus als unterjährige kontinuierliche Erhebung durchgeführt. Dabei wird das gesamte Befragungsvolumen (ca. 1% der niedersächsischen Bevölkerung) gleichmäßig auf alle Kalenderwochen des Jahres verteilt.

Mit der Umstellung des Mikrozensus ab 2005 auf eine unterjährige Erhebung wurde die Ergebnisdarstellung für den Bereich Familien modernisiert. Der Familienbegriff umfasst jetzt alle Eltern-Kind-Gemeinschaften unabhängig davon, in welcher Lebensgemeinschaft sie zusammenleben. Dabei werden drei Familientypen unterschieden: Ehepaare mit Kindern, Lebensgemeinschaften mit Kindern und allein erziehende Elternteile.

Die Haushalte werden durch ein mathematisch-statistisches Zufallsverfahren ausgewählt. Jeder ausgewählte Haushalt nimmt an vier Befragungen teil, in der Regel in vier aufeinanderfolgenden Jahren. Je nach Frageprogramm (s.u.) können die Befragungen auch in kürzerem Abstand erfolgen.

Aufgrund des Stichprobenumfangs und der Breite der erhobenen Merkmale bietet der Mikrozensus wie keine andere Haushaltserhebung eine Basis für Auswertungen zu sozioökonomischen und demografischen Fragestellungen. Die Ergebnisse des Mikrozensus dienen Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und nicht zuletzt der Öffentlichkeit als Grundlage für Entscheidungen, Analysen und objektiver Meinungsbildung. Aktuelle Fragestellungen wie beispielsweise zu Menschen mit Migrationshintergrund, Ursachen und Ausmaß für Erwerbslosigkeit, Wirkung des demografischen Wandels und vieles andere mehr können detailliert statistisch beschrieben und analysiert werden.


Befragungsprogramme

Seit dem Jahr 2020 bestehen die Fragen des Mikrozensus aus einem sogenannten Kernprogramm, das Bestandteil jeder Haushaltsbefragung ist, sowie einer Reihe weiterer Erhebungsteile. Diese kommen zusätzlich zum Kernprogramm bei einem zuvor festgelegten Anteil aller Haushalte zum Einsatz.

Das bedeutet, dass es im Mikrozensus seit 2020 eine Reihe verschiedener Fragebögen gibt. So gibt es einen Erhebungsteil zur Arbeitsmarktbeteiligung mit insgesamt drei verschiedenen Fragebögen, die im Laufe von vier Erhebungen zum Einsatz kommen. Außerdem gibt es einen Erhebungsteil zu Einkommen und Lebensbedingungen. Ein großer Teil der Haushalte wird jedoch ausschließlich zu den Fragen des Kernprogramms befragt.

Nach wie vor umfassen die Erhebungsteile ergänzende Fragen, die in einem vierjährigen Turnus gestellt werden, etwa zur Wohnsituation der Haushalte oder zu Fragen der Gesundheit.

Die Fragen des Kernprogramms erstrecken sich neben Fragen zur Person (Alter, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, Zuwanderungsgeschichte) z.B. auf die Bereiche Familie und Haushaltszusammenhang, Erwerbstätigkeit, allgemeine und berufliche Ausbildung.

Im Erhebungsteil zur Arbeitsmarktbeteiligung werden zusätzliche Fragen zur Erwerbstätigkeit gestellt, etwa zu den geleisteten Wochenstunden, Wochenend- und Nachtarbeit. Durch den Einsatz unterschiedlicher Fragebögen und einen kürzeren Befragungsrhythmus sollen kurz- und mittelfristige Veränderungen der Arbeitsmarktbeteiligung erhoben werden.

Der Erhebungsteil zu Einkommen und Lebensbedingungen ist der umfangreichste. Er umfasst detaillierte Angaben zur finanziellen Situation des Haushaltes (z.B. zu laufenden Krediten, Mietausgaben und dem Bezug öffentlicher Leistungen), zur Wohnsituation sowie zu den weiteren Aspekten der Lebenssituation. Diese Fragen sind seit 2020 Bestandteil des Mikrozensus und sind die zentrale Datenquelle zur Erfassung ungleicher Lebensverhältnisse in der Europäischen Union. Auf nationaler Ebene hingegen liefern die Daten eine wichtige Grundlage zum Beispiel bei Anpassungen des Elterngeldes oder der Rente. Darüber hinaus fließen die Zahlen in die Armuts- und Reichtumsberichterstattung der Bundesregierung und der Länder ein.

Für die meisten Fragen besteht eine Auskunftspflicht seitens der Haushalte, gleichwohl sind einige Auskünfte freiwillig.

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