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Armutsgefährdung in Niedersachsen 2018 zurückgegangen

Landesamt für Statistik Niedersachsen, Pressemitteilung Nr. 066 vom 25.07.2019



HANNOVER. Die Armutsgefährdungsquote lag im Jahr 2018 in Niedersachsen bei 15,0% und damit 0,8 Prozentpunkte unter dem Niveau des Vorjahres. Zugleich war dies der niedrigste Wert seit 2011. Wie das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) mitteilte, waren damit circa 1,17 Millionen Menschen von relativer Einkommensarmut betroffen. Im Bundesdurchschnitt betrug die Quote 15,5% (-0,3 Prozentpunkte).

Als armutsgefährdet gelten alle Personen mit einem monatlichen Nettoeinkommen von weniger als 60% des regionalen Durchschnitts, gemessen am Median. Die Armutsgefährdungsschwelle lag 2018 in Niedersachsen für einen Einpersonenhaushalt bei 1.016 Euro, für einen Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren bei 2.134 Euro. Bei Haushalten von Alleinerziehenden mit einem Kind unter 14 Jahren waren es 1.321 Euro.

Von den Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren waren 19,3% von Armut bedroht. Das entsprach einem Rückgang gegenüber 2017 um 1,3 Prozentpunkte. Auch in allen weiteren Altersgruppen sank die Armutsgefährdungsquote. Bei den Menschen ab 65 ging die Quote mit 0,4 Prozentpunkten auf 14,2% am schwächsten zurück.

Alleinerziehende waren mit 38,7% deutlich stärker als der Durchschnitt von Armut gefährdet. Ihre Quote verringerte sich jedoch zum dritten Mal in Folge (-3,4 Prozentpunkte gegenüber 2017). Bei Familien mit drei und mehr Kindern zeichnet sich dagegen seit 2014 ein Trend zu steigenden Quoten ab, mit einem neuen Höchstwert (29,7%) im Jahr 2018.

Bei den Menschen mit Zuwanderungsgeschichte sank die Quote ebenso wie bei denen ohne Zuwanderungsgeschichte. Die Quote Ersterer war mit 28,2% jedoch immer noch zweieinhalb Mal so hoch wie bei Letzteren (11,2%).

Bei der Bildung zeigt sich weiterhin ein klarer struktureller Unterschied: Bei den 25-Jährigen und älteren mit niedrigem Qualifikationsniveau war die Armutsgefährdung 2018 (30,6%) etwa drei Mal so hoch wie bei denen mit mittlerem Qualifikationsniveau (10,8%) und beinahe sechs Mal so hoch wie bei denen mit hohem Qualifikationsniveau (5,4%).


Methodische Hinweise:


Die Armutsgefährdungsquoten werden auf Basis des Mikrozensus im Auftrag der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder von IT.NRW (Landesbetrieb Information und Technik Nord-rhein-Westfalen) berechnet. Die wichtigsten Ergebnisse für die Länder, Großstädte und verschiedene Regionen stehen unter www.amtliche-sozialberichterstattung.de zur Verfügung.

Die Gefährdungsquoten werden sowohl auf Basis der jeweiligen regionalen Gefährdungsschwellen als auch auf Basis des bundesweiten Durchschnitts berechnet. Beide Berechnungen ergänzen einander. Angaben auf Basis des regionalen Durchschnitts konzentrieren sich auf die Verteilung des Einkommens innerhalb einer Region. Berechnungen auf Basis des bundesweiten Durchschnitts blicken stärker auf die Einkommensunterschiede zwischen den Ländern. Beide Berechnungen sind aber nicht frei von Verzerrungen, die sich durch regional unterschiedliche Preisniveaus und Mietkosten ergeben. Wenn nicht anders angegeben, beziehen sich die Zahlen in diesem Text auf Daten, die auf Basis der regionalen Durchschnittseinkommen und Gefährdungsschwellenwerte ermittelt wurden.

Das regionale und das bundesweite Durchschnittseinkommen werden am jeweiligen Median gemessen. Dabei werden die Haushalte oder Personen ihrem Einkommen nach aufsteigend sortiert. Der Median ist der Wert, der die Bevölkerung in genau zwei Hälften teilt. Das heißt, die eine Hälfte hat mehr, die andere weniger Einkommen zur Verfügung.

Kontakt:

Herr Lehmann, Tel. 0511 9898-3145
Verbreitung mit Quellenangabe erwünscht.


Herausgeber:
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Journalistische Anfragen richten Sie bitte an den oben genannten Kontakt.


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