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LSKN stellt NIEDERSACHSEN-MONITOR 2012 vor - Anhaltend positive Trends auf dem Wirtschafts- und Arbeitsmarkt

Pressemitteilung des Landesbetriebes für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen


Datum: 14. Dezember 2012
Nummer 103/12


HANNOVER. Der Vorstandsvorsitzende des Landesbetriebes für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen (LSKN), Dr. Christoph Lahmann, stellte am 14. Dezember im Anschluss an die Landespressekonferenz den NIEDERSACHSEN-MONITOR 2012 vor.

Der NIEDERSACHSEN-MONITOR trägt mittels eines systematischen Bund-Länder-Vergleichs zu einer umfassenden Positionsbestimmung des Landes bei. Anhand von 71 Tabellen aus zehn Themenfeldern wird die kurz- und mittelfristige Entwicklung Niedersachsens im Vergleich zu anderen Bundesländern und Deutschland dargestellt und analysiert. Die zugrundeliegenden Daten beziehen sich überwiegend auf das Jahr 2011.

Dr. Lahmann stellte vor allem folgende Ergebnisse der Studie heraus:

Demographischer Wandel:

Die Einwohnerzahl des Landes sank 2011 zum siebten Mal in Folge. Nach einem kurzzeitigen Zuwachs der Geburtenzahlen 2010 sank 2011 wieder die Zahl der Geburten um rund -2,9 %, gegenüber 2006 beträgt der Rückgang demnach -6,2 %. Der positive, im Bundesvergleich aber unterdurchschnittliche Wanderungssaldo konnte das Geburtendefizit nicht ausgleichen.

Wirtschaft und Arbeitsmarkt:

Die positive Entwicklung auf dem Wirtschafts- und Arbeitsmarkt des Vorjahres setzte sich 2011 fort. Sowohl die Zahl der Erwerbstätigen als auch die der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten nahm gegenüber dem Vorjahr weiter zu. Die Zahl der Arbeitslosen ist dagegen bis Juni 2012 um -5,3 % erneut deutlich gesunken. Die Quote lag bei 6,2 %, das sind 0,4 Prozentpunkte weniger als im Bundesdurchschnitt. Seit Umstellung der Statistik im Jahr 1997 ist das der niedrigste im Juni gemessene Wert.

Die verbesserte Arbeitsmarktslage spiegelt das deutliche Wirtschaftswachstum von +3,3 % im Vergleich zum Jahr 2010 wider.

In allen drei Wirtschaftssektoren stieg die Bruttowertschöpfung im Bundesvergleich gegenüber dem Vorjahr überdurchschnittlich an. Allerdings konnte das Niveau der Bruttowertschöpfung (real) von 2008 im Produzierenden Gewerbe noch nicht wieder erreicht werden.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen war wiederholt rückläufig.

Umwelt:

Der Flächenverbrauch in Niedersachsen ist im Jahr 2010 erneut zurückgegangen und betrug 8,0 Hektar pro Tag.

Im Bereich der regenerativen Energien ist das Land überdurchschnittlich gut aufgestellt.

Der Verbrauch erneuerbarer Energien (Wind, Biomasse) steigt in Niedersachsen stetig an. Im Jahr 2009 wurden 44,3 Mio. MWh verbraucht. Der Anteil erneuerbarer Energien am Primärenergieverbrauch stieg auf 11,1 % im Jahr 2009 und lag damit über dem Bundesdurchschnitt. Im Stromexportland Niedersachsen wurden darüber hinaus im Jahr 2009 rund 15,8 Mio. MWh Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt. Das entspricht einem Anteil von 21,7 % an der Gesamtstromerzeugung des Landes, bedeutet aber einen Rückgang um - 1,8 Prozentpunkte gegenüber 2008.

Positiv zu bewerten ist der leichte Rückgang an energiebedingten CO2-Emissionen 2009.

Öffentliche Finanzen:

Die Finanzsituation hat sich in Niedersachsen und seinen Kommunen gegenüber dem Vorjahr kaum verändert. In Niedersachsen lag der Zuwachs der Gesamteinnahmen mit +8,4 % unter dem Bundesdurchschnitt von +11,0 %. Der Anstieg der Gesamtausgaben in Niedersachsen lag mit +7,9 % im Jahr 2011 hingegen über dem Bundesdurchschnitt von +6,1 %.

Qualifikation und Bildung:

Der Anteil der unzureichend qualifizierten „frühen Schulabgänger“ an der 18- bis 24-jährigen Bevölkerung ist 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Prozentpunkte auf 14,1 % angestiegen, bundesweit ist er hingegen gesunken. Bei den „frühen Schulabgängern“ handelt es sich um Personen, die maximal die Sekundarstufe I abgeschlossen haben und ohne Berufsausbildung sind. Allerdings nahm der Anteil der hochqualifizierten Arbeitnehmer weiter zu, auf 8,6 % an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Die Studienanfängerzahlen als auch die entsprechende Quote sind von 2009 zu 2010 abermals gestiegen. 33,6 % der 19- bis unter 25-Jährigen haben ein Studium aufgenommen, dieser Wert liegt unter dem Bundesdurchschnitt.

Soziales:

Die Zahl der Empfänger sozialer Mindestsicherungsleistungen ging 2010 weiter zurück und zwar um -3,4 % gegenüber 2009. Allerdings gab es 2011 einen Anstieg bei der Armutsgefährdungsquote um 0,7 Prozentpunkte auf 15,2 %. Rund 1,2 Mio. Menschen in Niedersachsen waren insgesamt betroffen. Armutsgefährdet sind diejenigen, deren Nettoeinkommen weniger als 60 % des regionalen Durchschnittseinkommens beträgt.

Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen ist gegenüber dem Vorjahr um -3,5 % gesunken.

Angestiegen ist 2011 die Zahl der „vorläufigen Schutzmaßnahmen“ für Kinder und Jugendliche.

Gleichstellung der Geschlechter:

Der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern im Produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich ist weiter gestiegen. In Niedersachsen vollzeitbeschäftigte Frauen erreichten im Jahr 2011 nur 81,0 % des Bruttojahresverdienstes der vollzeitbeschäftigten Männer.

Beinahe jeder fünfte Elterngeldbeziehende (19,2 %) ist männlich, gegenüber dem Vorjahr war dies ein Anstieg um +0,7 Prozentpunkte.

84,3 % aller sozialversicherungspflichtigen Teilzeitarbeitsplätze fielen 2011 auf Frauen. Der Männeranteil hat sich somit auch 2011 mit einem Zuwachs von +0,6 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr leicht erhöht.

Im akademischen Bereich ist die Entwicklung in Richtung Geschlechtergerechtigkeit bereits weiter vorangeschritten. Im Jahr 2010 waren von allen Hochschulabsolventen im Erststudium 54,3 % weiblich. Bei den Doktoranden waren es knapp 44,0 %, was einem Rückgang von -1,7 Prozentpunkten gegenüber 2009 entspricht. Bei den Professuren sind die Frauen trotz kontinuierlichen Anstiegs auf nunmehr 23,6 % weiterhin unterrepräsentiert.

Die Situation im Jahr 2012

Die aus 2012 vorliegenden Eckdaten geben folgendes Bild:

  • Das Bruttoinlandsprodukt stieg im ersten Halbjahr 2012 gegenüber dem Vorjahreszeitraum preisbereinigt um +1,6 %. Verglichen mit dem Durchschnitt aller Bundesländer von +1,1 %, fällt das Wirtschaftswachstum des Landes damit höher aus.
  • Die Arbeitslosenquote sank im Juni 2012 um -0,5 Prozentpunkte auf 6,2 %. Der Landeswert liegt damit unter dem nationalen Durchschnitt von 6,6 %. Die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen lag mit 5,2 % ebenfalls unter dem Bundesdurchschnitt. Auch die zurückgegangene Unterbeschäftigungsquote blieb mit 8,3 % ebenfalls unter dem Bundeswert von 8,8 %.
  • Im April 2012 bezogen 9,5 von 100 Einwohnern SGB II-Leistungen, das waren -4,6 % weniger im Vergleich zum Vorjahresmonat.

„2011 war ein gutes Jahr für Niedersachsens Wirtschaft", resümierte Dr. Christoph Lahmann. "Auf dem Arbeitsmarkt sind die Entwicklungen anhaltend positiv. Die Sozialdaten sind in weiten Teilen stabil, allerdings konnten die mittleren Einkommen stärker vom Wirtschaftswachstum profitieren als die niedrigen."

Der zweite Teil des NIEDERSACHSEN-MONITOR 2012 befasst sich mit der Stellung Niedersachsens in Europa. In diesem Teil werden einige wichtige Daten für die EU und ihre Mitgliedsstaaten im Vergleich zu Niedersachsen und seinen statistischen Regionen dargestellt.

Die Broschüre ist für 7,50 € beim Schriftenvertrieb des LSKN erhältlich. Im Internet kann man sie unentgeltlich unter www.lskn.niedersachsen.de herunterladen:

NIEDERSACHSEN-MONITOR 2012



Ansprechpartner:
Prof. Lothar Eichhorn, Tel. 0511 9898–2215
Arne Lehmann, Tel. 0511 9898–3145
Jessica Huter, Tel. 0511 9898–616


Verbreitung mit Quellenangabe erwünscht



Herausgeber:
© Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen 2011
Pressestelle, Göttinger Chaussee 76, 30453 Hannover

Telefon: 0511 9898-1125
Telefax: 0511 9898-4132

E-Mail: pressestelle(at)lskn.niedersachsen.de
http://www.lskn.niedersachsen.de


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