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LSN stellt Niedersachsen-Monitor 2015 vor - Mehr Einwohner, gute Wirtschaft und Rekordzahlen bei der Erwerbstätigkeit

Pressemitteilung des Landesamtes für Statistik Niedersachsen



Datum: 20. November 2015
Nummer 79/15



HANNOVER. Der Präsident des Landesamtes für Statistik, Thomas Senftleben, stellte am 20. November im Anschluss an die Landespressekonferenz den Niedersachsen-Monitor 2015 vor.

Die Publikation zeigt die aktuelle Entwicklung und Positionierung Niedersachsens im Ländervergleich und zum Bundestrend. In elf Themenfeldern wird die kurz- und mittelfristige Entwicklung Niedersachsens im Vergleich zu den anderen Ländern sowie Deutschland dargestellt und analysiert. Darüber hinaus werden einige Themen im EU-Vergleich betrachtet. Die zugrundeliegenden Daten beziehen sich überwiegend auf das Jahr 2014.

Folgende Ergebnisse der Veröffentlichung können herausgestellt werden:

Demografischer Wandel: Die niedersächsische Bevölkerung wuchs 2014 das dritte Jahr in Folge. So lebten rund 7,83 Millionen Menschen in Niedersachsen, es gab ein Plus von rund 36 000 Personen im Vergleich zum Vorjahr (+0,5 %). Grund für den relativ starken Zuwachs waren die Wanderungsgewinne insbesondere aus dem Ausland.

Darüber hinaus wurden rund 66 000 Kinder geboren, das waren fast 6 % mehr als ein Jahr zuvor. Allerdings sind weitaus mehr Menschen gestorben: Auf drei Geburten kamen vier Sterbefälle.

Wirtschaft und Arbeitsmarkt: Die niedersächsische Wirtschaft entwickelte sich 2014 wieder besser als im Vorjahr. Das Bruttoinlandsprodukt stieg real um 1,3 %, das war etwas unter dem Deutschlandwert von +1,6 %. Die Zahl der Erwerbstätigen wuchs hingegen stärker als im Bundesdurchschnitt um 1,1 % auf ein neues Rekordhoch von rund 3,9 Millionen Personen. Zudem sank die Zahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt leicht um 0,6 % auf rund 268 000. Die Arbeitslosenquote fiel auf 6,5 %.

Soziales und Bildung: Die Armutsgefährdungsquote ging erstmals seit drei Jahren wieder zurück auf nun 15,3 %. Im Land Niedersachsen galten damit 1,18 Mio. Menschen 2014 als armutsgefährdet. Bundesweit war die Quote leicht höher (15,4 %).

Immer weniger Schülerinnen und Schüler verlassen die Schule ohne mindestens einen Hauptschulabschluss erworben zu haben: 2013 waren es 4 400. Die so genannte Schulabbrecherquote ist damit auf 5,0 % gesunken, der Bundesdurchschnitt betrug 5,7 %. Auch der Anteil der unzureichend qualifizierten „frühen Schulabgänger" an der 18- bis 24-jährigen Bevölkerung sank 2014 im Vergleich zum Vorjahr auf 10,6 %. Bei den „frühen Schulabgängerinnen und -gängern" handelt es sich um Personen, die maximal die Sekundarstufe I (Realschulabschluss) abgeschlossen haben und sich weder in schulischer noch beruflicher Ausbildung befinden und an keiner Weiterbildung teilnehmen.

Öffentliche Finanzen: Die günstige Konjunktur führte 2014 dazu, dass die Gesamteinnahmen von Land, Kommunen und Sozialversicherungen in Niedersachsen um 2,2 % wuchsen. Die Ausgaben erhöhten sich um 3,3 %. Beide Steigerungsraten waren niedriger als im Bundesdurchschnitt. Die Höhe der Ausgaben überstieg 2014 die der Einnahmen um insgesamt 29 Millionen Euro.

Umwelt: Der Anteil erneuerbarer Energien am Primärenergieverbrauch erhöhte sich weiter – von 10,3 % im Jahr 2008 auf 14,7 % im Jahr 2012. Auch die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien gewann weiter an Bedeutung – der Anteil betrug 2012 in Niedersachsen ein Drittel (33,6 %; auf Bundesebene: 22,8 %).

Aktuelle Entwicklungen im Jahr 2015: Erste Daten für 2015 bestätigen die Trends in Wirtschaft und Arbeitsmarkt:

  • Das Bruttoinlandsprodukt stieg im ersten Halbjahr 2015 gegenüber dem Vorjahreszeitraum preisbereinigt um 1,6 %, etwas stärker als im Bundesdurchschnitt (+1,4 %).
  • Die Erwerbstätigenzahl erhöhte sich im 1. Vierteljahr 2015 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um +0,8 %, leicht über dem Bundesdurchschnitt von +0,7 %.
  • Die Arbeitslosenquote zum 30. Juni 2015 war mit 5,9 % um 0,5 Prozentpunkte niedriger als ein Jahr zuvor.

Zusammenfassend erklärte Thomas Senftleben: „Infolge der Zuwanderung stieg die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner Niedersachsens im Jahr 2014 erneut an. Die Wirtschaft entwickelte sich wieder besser als ein Jahr zuvor, was sich auf dem Arbeitsmarkt mit einem erneuten Rekordhoch bei der Erwerbstätigkeit niederschlug. Gleichzeitig ging die Zahl der Arbeitslosen leicht zurück. Erste Daten für 2015 bestätigen die Trends in der Wirtschaft und auf dem Arbeitsmarkt. Allerdings bilden sie noch nicht die aktuellen Entwicklungen ab, die sich in der zweiten Jahreshälfte herauskristallisiert haben: der hohe Zustrom von Flüchtlingen und die Folgen der Abgas-Krise bei Volkswagen, Niedersachsens größtem Unternehmen."


Niedersachsen-Monitor 2015
(PDF-Format)





Die Broschüre ist ab 10. Dezember 2015 für 8,00 € beim Schriftenvertrieb des LSN erhältlich. Im Internet kann man sie schon jetzt unentgeltlich unter www.statistik.niedersachsen.de herunterladen.



Ansprechpartnerin:
Annegret Vehling, Tel. 0511 9898–1125
pressestelle(at)statistik.niedersachsen.de



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