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Ergebnisse der Landwirtschaftszählung Niedersachsen 2020

Landesamt für Statistik Niedersachsen


Landwirtschaftszählung Bildrechte: LSN

Die Ergebnisse der Landwirtschaftszählung 2020 werden schrittweise ab dem 18. Juni 2021 veröffentlicht. Diese Seite wird daher stetig aktualisiert.

Aus gutem Grund wird die Landwirtschaftszählung 2020 gerne als Agrarzensus bezeichnet. Sie bietet eine Fülle an Daten und damit einen guten Überblick über die Landwirtschaft auf internationaler, nationaler und insbesondere regionaler Ebene.

Die folgende Seite gibt einen Einblick in die Ergebnisse der Landwirtschaftszählung 2020 (LZ 2020) in Niedersachsen anhand verschiedener Themenbereiche:

Weitere Auswertungen und Ergebnistabellen werden zu jedem Thema als Link angeboten.

Erstmalig werden für die LZ 2020 von den Statistischen Ämtern der Länder und dem Statistischen Bundesamt gemeinsam sogenannte Story Maps – eine Kombination aus Text, Grafiken und Karten – mit deutschlandweiten Ergebnissen angeboten. Diese Onlineangebote werden ebenfalls themenweise veröffentlicht und bieten einen interaktiven Einstieg in die Ergebnisse der LZ 2020 für Deutschland. Den Beginn macht eine allgemeine Einführung in die Landwirtschaftszählung.

Für die gemeinschaftliche Veröffentlichung der Story Maps sind folgende Termine vorgesehen:

LZ 2020 – Weltweiter Agrarzensus 28.05.2021
Die landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland 18.06.2021
Viehbestände in Deutschland 02.07.2021
Ökolandbau in Deutschland 13.07.2021
Wem gehört die Landwirtschaft? 20.07.2021
Tierhaltung im Wandel 04.08.2021
Arbeiten auf dem Land
06.09.2021
Lebensgrundlage Landwirtschaft
20.09.2021
Weinbau in Deutschland 04.10.2021
Leistungsträger Boden 04.10.2021


Zusätzlich bietet der Agraratlas die Möglichkeit bundesweit aktuelle Ergebnisse mit Daten vorhergehender Erhebungen auf Rasterebene (5km*5km) zu vergleichen. Version wird demnächst auf das Erhebungsjahr 2020 aktualisiert.

Bodennutzung

Im Jahr 2020 bewirtschafteten in Niedersachsen 34 609 Betriebe rund 2,6 Mio. ha landwirtschaftlich genutzte Fläche. Davon waren 1,9 Mio. ha Ackerland und 684 714 ha Grünland. Die stärkste Anbaufrucht war Silomais mit 543 639 ha, gefolgt von Winterweizen mit 340 604 ha. Auf den Plätzen drei, vier und fünf lagen Wintergerste (155 183 ha), Roggen (140 989 ha) und Kartoffeln (122 162 ha).

  Bildrechte: LSN

Der Kartoffelanbau war auch im Jahr 2020 stark regionalisiert. So stachen Landkreise wie Uelzen mit etwas mehr als 20 % Anteil Kartoffelflächen am Ackerland heraus. Insgesamt ist die Statistische Region Lüneburg mit ihren sandigen Böden Speisekartoffelregion. Im Kreis Emsland wurden meist Industriekartoffeln angebaut. Dort machte der Kartoffelanbau im Jahr 2020 rund 16,5 % der Ackerfläche aus.

Bildrechte: LSN

Neben dem Anbau auf dem Ackerland oder der Bewirtschaftung von Grünland, zählen auch sogenannte Dauerkulturen wie Baumobst zur landwirtschaftlich genutzten Fläche. Der Schwerpunkt für Baumobstanbau liegt in Niedersachsen im „Alten Land“, weshalb die Region Lüneburg auch hier mit rund 10 500 Hektar an erster Stelle lag – 10 500 Hektar! Das ist etwas mehr als die Hälfte der Grundfläche der Landeshauptstadt Hannover.

Viehbestände

Welche Struktur hat ein durchschnittlicher niedersächsischer landwirtschaftlicher Betrieb?

Er bewirtschaftet rund 73 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche und hält 67 Rinder, 242 Schweine, 5 Schafe, ein Drittel einer Ziege, 2 Einhufer (Pferde, Ponys, Esel, Maultiere), 2 262 Hühner sowie 169 Exemplare sonstigen Geflügels (Puten, Gänse, Enten).

Natürlich ist das nur ein statistischer Durchschnittswert, denn es ist sehr unwahrscheinlich, einen solchen Betrieb in der realen Welt zu finden. Die meisten Betriebe spezialisieren sich auf eine oder wenige Tierarten oder auf den Ackerbau. Manche von ihnen halten über 100 000 Hühner oder mehr als 400 Rinder, andere halten aber auch nur 10 Legehennen oder ein Pferd als Hobby neben dem Ackerbau, der das Hauptgeschäft ausmacht.

Insgesamt zeigt sich für den niedersächsischen Tierbestand jedoch, dass die Hühner mit ca. 80 Mio. Tieren zum Stichtag 03. März 2020 in Niedersachsen deutlich in der Überzahl waren. Mit großem Abstand folgten auf Platz 2 die Schweine und einem Bestand von ca. 8,6 Mio. Tieren. Platz 3 belegten Rinder mit einer Anzahl von 2,4 Mio. Diese Haupttierarten untergliederten sich wie folgt:

Diagramme Viehbestand Niedersachsen Bildrechte: LSN

Weitere Informationen beispielsweise zu Schafen, Ziegen und Einhufern oder absolute Zahlen der Tierbestände im Rahmen der Landwirtschaftszählung 2020 finden Sie in den Tabellen.

Viehhaltungsverfahren

Neben der Anzahl an Tieren spielen Haltungsform, Platz pro Tier und möglicher Auslauf eine entscheidende Rolle für das Vieh. Dies sind Themen, die bei den Diskussionen um das Tierwohl immer wichtiger werden. Die sogenannten Haltungsverfahren in Niedersachsen wurden im Rahmen der LZ2020 für Legehennen, Rinder und Schweine zum Stichtag 01. März 2020 erfasst.

Viehhaltungsverfahren Kreisdiagramm   Bildrechte: LSN

Während bei Legehennen deutlich auf Freilandhaltung gesetzt wird (32,8%), ist Auslauf bei Schweinen wenig repräsentiert. Rund 0,6% aller Haltungsplätze für Schweine bieten einen Zugang zu Auslauf. Bei der Rinderhaltung ist das Weiden hingegen eine gängige Haltungsform in Niedersachsen.

Viehhaltungsverfahren Darstellung Miöchkühe und übrige Rinder Bildrechte: LSN

Ökologischer Landbau

Die Nachfrage nach ökologisch erzeugten Lebensmitteln steigt beständig, sodass der Bedarf aktuell noch nicht durch heimische Produktion gedeckt werden kann. Das Ziel der Bundesregierung ist daher ein Anteil von 20 Prozent Ökolandbau in der Landwirtschaft bis zum Jahr 2030 – ein ambitioniertes Ziel. In Niedersachsen vergrößerte sich die ökologisch bewirtschaftete landwirtschaftlich genutzte Fläche (LF) von 2010 bis 2020 um rund 64 Prozent – von 74 352 Hektar auf 122 183 Hektar. Zum Stichtag 01. März 2020 wurden in Niedersachsen 4,8 Prozent der gesamten LF ökologisch bewirtschaftet.

Karte Ökologische bewirtschaftung LF   Bildrechte: LSN

Die meisten ökologisch bewirtschafteten Flächen befanden sich 2020 im Kreis Lüchow-Dannenberg – sie machten dort einen Anteil von 17,0 Prozent aus. Es folgten der Heidekreis mit 13,1 Prozent und Lüneburg mit 11,8 Prozent.

Diagramm Ökologische Viehhaltung Bildrechte: LSN

Die ökologische Viehhaltung war in Niedersachsen besonders bei der Haltung von Ziegen (28,2 Prozent) und Schafen (16,2 Prozent) ausgeprägt – bei Schweinen betrug der Anteil an allen gehaltenen Tieren lediglich 0,4 Prozent. Bei Hühnern beträgt der ökologisch gehaltene Anteil insgesamt 2,9 Prozent. Es werden hauptsächlich Legehennen (77,8 Prozent) ökologisch gehalten. Bei Masthühnern lag der Anteil bei gerade 0,5 Prozent.

Diagramm zur Ökologischen Bewirtschaftung und Viehhaltung Bildrechte: LSN

Die ökologische Viehhaltung war in Niedersachsen besonders bei der Haltung von Ziegen (28,2 Prozent) und Schafen (16,2 Prozent) ausgeprägt – bei Schweinen betrug der Anteil an allen gehaltenen Tieren lediglich 0,4 Prozent. Bei Hühnern beträgt der ökologisch gehaltene Anteil insgesamt 2,9 Prozent. Es werden hauptsächlich Legehennen (77,8 Prozent) ökologisch gehalten. Bei Masthühnern lag der Anteil bei gerade 0,5 Prozent.

Pachten und Pachtpreise

Nicht nur die Mietpreise in großen Städten erhöhen sich stetig, auch die Pachtpreise für Ackerland und Grünland (Dauergrünland) entgehen diesem Trend nicht. Ein Grund hierfür liegt vor allem im begrenzten Angebot von Boden. Boden ist nicht vermehrbar und damit sehr wertvoll – und noch wertvoller, wenn er besonders fruchtbar ist. Pachtzahlungen können zu einer enormen Belastung für landwirtschaftliche Betriebe werden, da sie einen hohen Kostenfaktor ausmachen. Im Zeitraum 2010 bis 2020 steigerte sich der Pachtpreis in Niedersachsen bei Ackerland um fast 70%, bei Grünland erhöhte sich der Preis um nahezu 57% und bei sonstigen Flächen (z.B. Flächen für Baumschulen) sogar um 78%. In Zeiten niedriger Zinsen sind Äcker und Weiden daher nicht nur Grundlage der Landwirtschaft, sondern zunehmend auch eine lukrative Investition.

Liniendiagramm zu Pachtpreisen Bildrechte: LSN

Rund 1,5 Millionen Hektar der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche in Niedersachsen (2,6 Millionen Hektar) waren im Jahr 2020 gepachtet. Das entspricht einem Anteil von 56,7%, der sich wie folgt aufteilt:

Darstellung wie viel Prozent der Flächen verpachtet sind Bildrechte: LSN

Wirtschaftsdünger

Bei Diskussionen um Nachhaltigkeit und Umweltschtz rückt das Thema Düngung immer häufiger in den Fokus. Im Rahmen der Landwirtschaftszählung 2020 wurden daher erneut Daten zum Thema Wirtschaftsdünger erhoben.

Insgesamt wurden in Niedersachsen von März 2019 bis Februar 2020 von rund 23.900 Betrieben etwa 43,0 Mio. m³ flüssiger Wirtschaftsdünger wie beispielsweise Rinder- oder Schweinegülle auf 1,7 Mio. Hektar LF ausgebracht. Das entspricht 26,1 m³ flüssigen Wirtschaftsdüngers je Hektar. Etwa 15.100 Betriebe düngten mit 2,9 Mio. Tonnen festen Wirtschaftsdüngers rund 337.800 Hektar LF. 8,6 Tonnen fester Wirtschaftsdünger wurden so pro Hektar ausgebracht. Zum festen Wirtschaftsdünger gehören zum Beispiel Rinder- oder Schweinemist sowie Geflügeltrockenkot. Betriebe, die flüssigen und festen Wirtschaftsdünger ausbringen, zählen statistisch sowohl zur Menge der Betriebe mit flüssigem als auch festem Wirtschaftsdünger. Weiterhin werden Flächen oft mehrmals im Jahr gedüngt. Die Fläche wird in diesem Fall nur einfach gewertet. Die Düngemenge enthält keine Aussage über den Stickstoffgehalt.

Balkendiagramm zum Wirtschaftsdünger   Bildrechte: LSN

Rund 69 % des flüssigen Wirtschaftsdüngers wurde auf dem Ackerland ausgebracht und mit den restlichen 31 % wurde das Dauergrünland gedüngt. Fester Wirtschaftsdünger hingegen wurde nur zu 18% auf Dauergrünland ausgebracht, 82% wurden auf Ackerland genutzt.

Neben Angaben zur Menge des ausgebrachten Düngers sowie Informationen zur gedüngten Fläche wurden Daten zu Ausbringungsmethoden, Einarbeitungszeiten und Lagerung erhoben. Diese sind in den Tabellen zu finden.

Arbeitskräfte

Im Jahr 2020 arbeiteten in landwirtschaftlichen Betrieben in Niedersachsen rund 135 100 Personen, die in männlich, weiblich, Vollzeit, Teilzeit, Familienarbeitskraft (Familien AK), ständig beschäftigte Arbeitskraft (ständige AK) und Saisonarbeitskraft unterschieden werden können. Bei ständig Beschäftigten handelt es sich sozusagen um „Angestellte“. Eine Auswertung der Personen mit Angabe „divers“ war aus Gründen der statistischen Geheimhaltung nicht möglich. Sie wurden daher gleichermaßen „männlich“ und „weiblich“ zugeordnet. Mit einem Verhältnis von zwei Drittel zu einem Drittel waren mehr Männer (85 600) als Frauen (49 500) in diesen Betrieben beschäftigt. Insgesamt machten Familien AK (55 300) mit einem Anteil von 41% die meisten Arbeitskräfte aus, ständige AK (35 100) und Saison AK (44 700) lagen jeweils bei 26% und 33%.

Kreisdiagramm zu Arbeitskräften in der Landwirtschaft   Bildrechte: LSN
Diagramm zu Familen AK und Ständige AK   Bildrechte: LSN

Den größten Anteil an Arbeitskräften machte zum Stichtag 01. März 2020 die Altersgruppe der 55 bis 64-Jährigen aus (25 200 Personen). Auch der größte Anteil Familien AK (17 100 Personen) befand sich in dieser Gruppe. Der Anteil an ständigen AK (10 800) hingegen war in der Gruppe der unter 35-jährigen Personen am größten.

Insgesamt zeigt sich für Niedersachsen eine Zunahme der ständigen AK mit den kommenden Generationen.

Balkendiagramm zu Betriebsleitung Bildrechte: LSN

Betriebsleitung

Nur rund 10% aller Betriebe wurden im Jahr 2020 von einer weiblichen Führungskraft geleitet. Im Vergleich der Altersgruppen zeigt sich jedoch, dass dieser Anteil langsam zunimmt. Bei den 35- bis unter 44-Jährigen lag der Anteil bei 12,3%. In der Altersgruppe der 55- bis 64-jährigen Personen wurden 8,8% der Betriebe von Frauen geleitet. Die Altersgruppen unter 35 Jahre und ab 65 Jahre sind aufgrund der Lebensphase schwierig zu beurteilen. So fehlt in jungen Jahren oft die Erfahrung für eine Betriebsübernahme oder es hat noch keine Hofnachfolge stattgefunden. In Betrieben mit keiner oder noch nicht passender Hofnachfolge übernehmen im Krankheits- oder Todesfall des 65 Jahre und älteren männlichen Betriebsleiters wahrscheinlich erst einmal die Ehefrauen die Betriebsleitung, wodurch der Anteil von 9,5 % erklärt werden könnte.

Berufsbildung

Es gibt viele Möglichkeiten, Landwirtin oder Landwirt zu werden. Von ausschließlich praktischer Erfahrung über eine Ausbildung bis hin zum Universitätsabschluss können viele Wege zum eigenen Betrieb führen. Daher wurde der höchste Abschluss der Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter im Rahmen der Landwirtschaftszählung 2020 abgefragt.

Balkendiagramm zu Berufsbildung   Bildrechte: LSN

Knapp ein Viertel aller Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter führten den Betrieb mit ausschließlich praktischer Erfahrung in der Landwirtschaft. Nicht auszuschließen ist in diesem Fall eine Ausbildung im nicht-landwirtschaftlichen Bereich z. B. in Betriebswirtschaftslehre. Der Besuch einer sogenannten Landwirtschaftsschule ohne betriebliche Ausbildung sank in den letzten Generationen stetig. Ein Grund hierfür sind bessere Ausbildungsmöglichkeiten und geringerer Druck, den heimischen Betrieb möglichst schnell zu übernehmen. Fast die Hälfte aller Betriebsleitungen besaß im Jahr 2020 einen höheren Abschluss wie Meister/-in, zweijährige Fachschule, Bachelor oder Master beziehungsweise ein Diplom. Da man eine höhere Ausbildung erst nach einer gewissen Zeit erreicht, sind bei jüngeren Betriebsleitungen Masterabschlüsse oft noch nicht vertreten, dennoch zeigt sich ein Trend hin zum Studium im agrarwissenschaftlichen und agrarwirtschaftlichen Bereich.

Betriebswirtschaftliche Ausrichtung

Die Betriebswirtschaftliche Ausrichtung (BWA) beschreibt die Spezialisierungsrichtung eines Betriebes, d. h. seinen Produktionsschwerpunkt. Die BWA eines Betriebes ergibt sich aus der Relation der Standardoutputs (SO) seiner einzelnen Produktionszweige zu seinem gesamten SO.

Der „Standardoutput“ (SO) entspricht dem durchschnittlichen Geldwert der landwirtschaftlichen Brutto-Erzeugung (in Euro) zu Ab-Hof-Preisen. Ein Abzug von Transport- oder Vermarktungskosten wird nicht vorgenommen und Mehrwertsteuer, produktspezifische Steuern und Direktzahlungen werden nicht berücksichtigt. Der SO wird jährlich im Durchschnitt von fünf Wirtschaftsjahren auf der Ebene der NUTS2-Regionen - In Niedersachsen entsprechen diese den sogenannten Statistischen Regionen Hannover, Braunschweig, Lüneburg und Weser-Ems - pro Flächeneinheit einer Pflanzenart in Hektar bzw. pro Stück Vieh einer Tierart berechnet. Die Kalkulation obliegt dem Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL).

Die BWA ist in 8 allgemeine Klassen untergliedert, die wiederum noch weiter untergliedert werden können. So gibt es u. a. spezialisierte Ackerbaubetriebe, Gartenbaubetriebe, Dauerkulturbetriebe, Futterbau-bzw. Weideviehbetriebe und Veredlungsbetriebe.

Die Zuordnung der Betriebe zu den einzelnen BWA-Klassen erfolgt auf der Grundlage vorgeschriebener Schwellenwerte. Diese legen für die einzelnen BWA-Klassen den Anteil der SO der jeweiligen Produktionszweige eines Betriebes an dessen gesamten SO fest.

Fast 42% aller landwirtschaftlichen Betriebe in Niedersachsen waren im Jahr 2020 Futterbau- bzw. Weideviehbetriebe. Rund ein Drittel war auf Ackerbau spezialisiert. 11,8% waren Veredelungsbetriebe, d. h. Betriebe, die ihren Standardoutput zu mehr als 2/3 aus der Zucht und/oder Mast von Schweinen (Ferkel, Zuchtsauen, sonstige Schweine) und/oder Geflügel (Masthähnchen und -hühnchen, Legehennen, sonstiges Geflügel) generiert haben.

Balkendiagramm zur Betriebswirtschaftliche Ausrichtung Bildrechte: LSN

Einkommenskombinationen

Zusätzlich zur Landwirtschaft schaffen sich Betriebe oft weitere Standbeine, die in der Landwirtschaftszählung 2020 als sogenannte Einkommenskombinationen (EKK) erfasst wurden. Neben der Einteilung in verschiedene Bereiche wie zum Beispiel Erneuerbare Energien, Bildung, Beherbergung und Arbeiten für andere landwirtschaftliche Betriebe wurde berücksichtigt, ob diese Tätigkeiten in einem ausgegliederten Betrieb stattfinden oder falls dies nicht der Fall ist, welchen Anteil die zusätzlichen Einnahmen am Gesamtumsatz des landwirtschaftlichen Betriebes ausmachen.

Insgesamt gaben 16 100 Betriebe an, im Kalenderjahr 2019 Tätigkeiten in EKK (inklusive in rechtlich ausgelagerten Betrieben) ausgeübt zu haben. Damit setzten rund 45,2% aller niedersächsischen Betriebe auf Einkommenskombinationen.

Etwa 13 200 dieser Betriebe machten Angaben zum Anteil am Gesamtumsatz durch die ausgeübten EKK (ohne Berücksichtigung von Tätigkeiten in einem ausgelagerten Betrieb). Fast ein Viertel der Betriebe erzielte die Hälfte oder gar mehr des betrieblichen Umsatzes über Arbeiten in einer oder mehreren EKK. Bei ebenso vielen Betrieben machen die EKK mehr als 10% aber weniger als 50% des Umsatzes aus. Die Hälfte der Befragten gab einen Wert unter 10% Anteil am Umsatz an.

Rund die Hälfte aller Betriebe mit EKK erzielten Umsätze im Bereich Erneuerbare Energien (Biogasanlage, Solaranlage, Windkraft). Weiterhin arbeiteten etwa 28,5% zusätzlich für andere landwirtschaftliche Betriebe, 17,7% waren in der Forstwirtschaft tätig.

Übersicht zur Einkommenskombination Bildrechte: LSN

Hofnachfolge

Wie attraktiv die Landwirtschaft für die Berufswahl junger Menschen ist, hängt von vielen Faktoren ab. Dazu gehören politischen Rahmenbedingungen, persönlichen Interessen oder der wirtschaftliche Erfolg des elterlichen Betriebes.

Im Rahmen der LZ 2020 wurden Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter ab 55 Jahren zur Hofnachfolge befragt.
5 680 von 15 253 Betrieben gaben im Jahr 2020 an, dass die Hofnachfolge gesichert sei. Bei 9 573 Betrieben war diese noch ungewiss oder wurde verneint.

Balkendiagramm Hofnachfolge   Bildrechte: LSN
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