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Gemüseerhebung in Niedersachsen

Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN)


Mehrere Möhren ragen aus der Erde. Bildrechte: Pixabay, klimkin

Gemüseerhebung in Niedersachsen

Was wäre Sauce hollandaise ohne Spargel oder ein Obstboden ohne Erdbeeren? Bregenwurst ohne Grünkohl? – Unvorstellbar. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gibt für die letzten Jahre einen durchschnittlichen Verzehr von 100 Kilogramm Gemüse pro Jahr und Person in Deutschland an. Das ist viel Gemüse und ein nicht unerheblicher Teil kommt aus Niedersachsen. Insgesamt liegt Niedersachsen beim Gemüseanbau an zweiter Stelle in Deutschland, hinter Nordrhein-Westfalen. Einzige Ausnahme ist der Spargel: Etwa ein Fünftel des gesamten deutschen Spargels wird in Niedersachsen angebaut. Dies liegt vor allem an den Bodenverhältnissen entlang der niedersächsischen Spargelstraße, die sich von der Lüneburger Heide nördlich von Hannover bis ins Oldenburger Münsterland erstreckt: Hier findet der Spargel den von ihm bevorzugten lockeren, sandigen, aber nicht zu feuchten Boden vor. Der intensivste Gemüsebau innerhalb Niedersachsens findet in der Statistischen Region Hannover statt, dort ist das Verhältnis von Gemüseanbaufläche (Stand 2020: 0,97 Prozent Flächenanteil) zur landwirtschaftlich genutzten Fläche insgesamt besonders hoch. In absoluten Zahlen liegt die größte Gemüseanbaufläche (Stand 2020: 6063 Hektar) in der Statistischen Region Lüneburg, die auch den zweitintensivsten Gemüsebau (Stand 2020: 0,77 Prozent Flächenanteil) betreibt.

Die Gemüseerhebung erfasst jährlich als sogenannte repräsentative Erhebung die Anbauflächen und die Erntemengen der wichtigsten Gemüsearten und der Erdbeeren. Alle vier Jahre findet eine Totalerhebung der Grundflächen der Betriebe, die Gemüse anbauen, statt.

Die Durchführung der Gemüseerhebung. Was wird erhoben?

Die Betriebe, die zur Gemüseerhebung auskunftspflichtig sind, werden anhand eines Stichprobenplans ermittelt (repräsentative Erhebung) (Informationen für Auskunftspflichte). Die Haupterhebung findet im Herbst des Betriebsjahres statt. In jedem vierten Jahr werden die Grundflächen der Betriebe, die Gemüse anbauen, in einer Totalerhebung erfasst.

Nach § 11c des Agrarstatistikgesetztes erfasst die Erhebung die Anbauflächen sowie die Erntemengen der bedeutendsten Gemüsearten in den Gruppen

  • Kohlgemüse (z. B. Brokkoli, Grünkohl und Weißkohl),
  • Blatt- und Stängelgemüse (z. B. Kopfsalat, Spinat, Rhabarber, Lauch und Spargel),
  • Wurzel- und Knollengemüse (z. B. Möhren, Rüben und Zwiebeln),
  • Fruchtgemüse (z. B. Gurken, Kürbisse und Zucchinis),
  • Hülsenfrüchte (wie Bohnen und Erbsen) sowie
  • sonstiges Gemüse und Erdbeeren.

Außerdem werden Angaben zum ökologischen und konventionellen Landbau sowie zum Anbau im Freiland und unter hohen begehbaren Schutzabdeckungen erhoben.

Aufgrund der frühen Ernte werden bereits im Juni Daten zum Spargel und zu den Erdbeeren in einer Vorerhebung erfragt.

Den aktuellen Fragebogen sowie weitere Informationen zur Erhebung finden Sie hier.

Wer muss Auskunft geben?

Befragt werden ausgewählte landwirtschaftlichen Betriebe, die Gemüse, Erdbeeren oder deren jeweilige Jungpflanzen anbauen und über entsprechende Flächen von mindestens 0,5 Hektar im Freiland und/oder mindestens 0,1 Hektar unter hohen begehbaren Schutzabdeckungen einschl. Gewächshäusern verfügen, unabhängig davon, ob Gewinne erzielt werden.

Jeder Betrieb ist nach §91 Agrarstatistikgesetz zur Auskunft verpflichtet. Weitere Informationen finden Sie in den Informationen für Auskunftgebende.

Die Beantwortung des Fragebogens erfolgt über das IDEV-Portal. Die Betriebe werden postalisch über ihre Auskunftspflicht und über die Erhebung informiert.

Veröffentlichung der Ergebnisse der Gemüseerhebung in Niedersachsen

Die Ergebnisse für ein Betriebsjahr können bereits im Frühjahr des auf die Erhebung folgenden Jahres auf Bezirksebene veröffentlicht werden. Durch die repräsentative Erfassung findet eine Hochrechnung der Ergebnisse statt. Die im Abstand von vier Jahren total erhobenen Daten zur Grundfläche der Betriebe müssen nicht hochgerechnet werden.

Wer nutzt die Daten?

Zu den Hauptnutzerinnen und Nutzern der Ergebnisse der Gemüseerhebung zählen Behörden wie das Landwirtschaftsministerium sowie wissenschaftliche Institutionen. Des Weiteren wird die Statistik auch von Kommunen, Verbänden, Landwirtschaftskammern und -ämtern, Interessenvertretungen, Beratungsverbänden sowie Privatpersonen und interessierten Unternehmen genutzt. Die Ergebnisse sind Teil von Versorgungsbilanzen und der landwirtschaftlichen Gesamtrechnung.

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