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Auftragseingänge im August 2021: „Nach-Corona-Boom“ der niedersächsischen Industrie noch spürbar

Landesamt für Statistik Niedersachsen, Pressemitteilung Nr. 106 vom 05.10.2021


HANNOVER. Im August 2021 war die Nachfrage nach niedersächsischen Industriegütern erneut höher als im Vorjahresmonat. Nach Mitteilung des Landesamtes für Statistik Niedersachsen (LSN) stiegen die Bestellungen von Industriegütern aus niedersächsischer Produktion um 36% im Vergleich zum noch durch die Corona-Pandemie geprägten August 2020. Die Inlandsorders legten dabei um 30% zu und wurden durch die Bestellungen aus dem Ausland, die um 42% zunahmen, übertroffen. Die Nachfrage nach Investitionsgütern verzeichnete dabei ein Plus von 37%, die Nachfrage nach Vorleistungsgütern stieg um 47%. Das Ergebnis wurde vor allem durch Preiseffekte im Rahmen der Vorleistungsgüterproduktion sowie durch einzelne Großaufträge positiv beeinflusst.

Nach wie vor prägte das Aufholplus auch die umsatzstärksten niedersächsischen Industriebranchen durchweg positiv: Im Vergleich zum August 2020 stieg die Nachfrage bei der Herstellung von elektrischen Ausrüstungen (+47%), im Maschinenbau (+47%), der Herstellung von chemischen Erzeugnissen (+26%) sowie bei der Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen (+14%).

Gegenüber dem Vormonat (Juli 2021) hat sich die Nachfrage nach Industriegütern allerdings um 8% verringert. Die inländischen Bestellungen sanken im August 2021 gegenüber dem Vormonat um 7%, während die Nachfrage aus dem Ausland um 9% zurückging. Die Bestellungen von Vorleistungsgütern verminderten sich um 9%, während die Nachfrage nach Investitionsgütern um 7% gegenüber dem Vormonat sank.

Eine grundsätzlich positive Entwicklung der aktuellen Konjunktur zeigt die direkte Gegenüberstellung zum „Vor-Corona-Jahr“ 2019. Ein Vergleich der durchschnittlichen Aufträge der letzten drei Monate (Juni bis August) von 2021 mit dem entsprechenden Zeitraum im Jahr 2019 zeigt folgende Veränderungsraten: Insgesamt erreichten die Bestellungen 2021 ein durchschnittliches Plus von 25% gegenüber dem Vergleichszeitraum 2019. Die Bestellungen aus dem Inland nahmen dabei um 16% zu, die Auslandsnachfrage erhöhte sich um 34%. Die Nachfrage nach Vorleistungsgütern stieg in diesem Vergleichszeitraum um durchschnittlich 31%, während die Nachfrage nach Investitionsgütern um durchschnittlich 24% zunahm.


Tabelle (Excel-Format) und Grafik






Methodische Hinweise:

Vorleistungsgüter: Produktionsgüter, die überwiegend für Unternehmen bestimmt sind und dort im Produktionsprozess verbraucht, verarbeitet oder umgewandelt werden. Dazu zählen zum Beispiel Metalle, Holz, chemische Grundstoffe, Gummi- und Kunststoffwaren, Papier und Karton sowie elektronische Bauelemente.

Investitionsgüter: Langlebige Produktionsgüter (z. B. Maschinen für die Güterproduktion, Kraftwagen).

Hinweise zur Tabelle: Um die Vergleichbarkeit der Monatswerte des Verarbeitenden Gewerbes mit einem „Vor-Corona-Jahr“ zu gewährleisten, wurde die beigefügte Tabelle um die Veränderung gegenüber dem Jahr 2019 ergänzt. Neben der Entwicklung der aktuellen Drei-Monats-Durchschnitte wird dort auch der entsprechende Zeitraum bezogen auf das Jahr 2019 abgebildet.

Es handelt sich um vorläufige Ergebnisse. Revidierte vorläufige Ergebnisse in wirtschaftssystematisch tieferer Gliederung enthält der in Kürze erscheinende Statistische Bericht E I 1.


Kontakt:

Dr. Anna Holtsch, Tel. 0511 9898-1524
Simon Lehner, Tel. 0511 9898-3335

Verbreitung mit Quellenangabe erwünscht.


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