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Die Inflationsrate in Niedersachsen lag im Dezember 2025 bei 1,9%

Landesamt für Statistik Niedersachsen, Pressemitteilung Nr. 001 vom 06.01.2026


  • Inflationsrate im Vergleich zum Vormonat gesunken
  • Weiterhin unterdurchschnittliche Preisentwicklung bei Nahrungsmitteln
  • Energieprodukte weiterhin günstiger als im Vorjahresmonat
  • Überdurchschnittliche Preissteigerungen im Dienstleistungsbereich

HANNOVER. Das Niveau der Verbraucherpreise in Niedersachsen hat sich im Dezember 2025 gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,9% erhöht. Dies geht aus vorläufigen Ergebnissen des Landesamtes für Statistik Niedersachsen (LSN) hervor. Im November 2025 hatte die Inflationsrate noch 2,2% betragen. Gegenüber dem Vormonat stiegen die Verbraucherpreise im Dezember 2025 durchschnittlich um 0,2%.

Weiterhin unterdurchschnittliche Preisentwicklung bei Nahrungsmitteln
Die Preisentwicklung in der Abteilung „Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke“ lag im Dezember 2025 weiterhin auf einem niedrigen Niveau und erhöhte sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,7% (darunter alkoholfreie Getränke: +6,7%; Nahrungsmittel: +1,0%). Deutliche Preisanstiege gab es unter anderem bei Obstkonserven (+30,7%), Kaffee und Ähnliches (+19,0%), Schokoladen (+14,7%) sowie Rind- und Kalbfleisch (+12,7%).
Günstiger als vor einem Jahr waren Speisefette und Speiseöle (-18,1%). Besonders stark waren die Preisrückgänge bei Butter (-30,1%) und Olivenöl (-13,0%). Auch die Preise für Kartoffeln (frisch, gekühlt und verarbeitet) lagen deutlich unter dem Vorjahresniveau (-13,5%).

Energieprodukte weiterhin günstiger als im Vorjahresmonat
Im Dezember 2025 waren die Energiepreise durchschnittlich 1,6% günstiger als vor einem Jahr. Haushaltsenergie verbilligte sich um 3,0%, während Kraftstoffe um 0,7% teurer wurden. Die Preise für Heizöl, einschließlich Betriebskosten, sanken im Vergleich zum Vorjahresmonat um 6,2%. Auch Brennholz, Holzpellets oder andere feste Brennstoffe (-4,4%), Strom (-4,2%) und Erdgas, einschließlich Betriebskosten (-3,2%), waren günstiger. Dagegen verteuerten sich Fernwärme (+4,1%) und Flüssiggas (+2,0%).
Bei Kraftstoffen stiegen die Preise für Diesel um 0,6%, die Preise für Superbenzin um 0,7% im Vergleich zum Dezember 2024.
Der Gesamtindex ohne Energie erhöhte sich im Dezember 2025 um 2,3% gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Gesamtindex ohne Nahrungsmittel und Energie − häufig auch als Kerninflation bezeichnet – nahm um 2,4% zu.

Überdurchschnittliche Preissteigerungen im Dienstleistungsbereich
Im Dezember 2025 lagen die Preise für Dienstleistungen 3,5% über dem Vorjahresniveau und trugen damit weiterhin maßgeblich zur Inflation bei. Die Nettokaltmieten stiegen moderat um 2,1% und wirkten damit dämpfend auf den Gesamtanstieg. Ohne Berücksichtigung der Nettokaltmieten erhöhten sich die Dienstleistungspreise um durchschnittlich 4,0%.
Überdurchschnittlich hohe Preisanstiege gab es vor allem für Brief- und Paketdienstleistungen (+8,5%), Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+6,9%) und stationären Gesundheitsdienstleistungen (+6,6%). Versicherungsdienstleistungen waren um 6,0% teurer als vor einem Jahr (darunter Versicherungsdienstleistungen für den Verkehr: +8,2%). Die Preise für Personen- und Güterbeförderung lagen im Dezember 2025 5,9% über dem Vorjahresniveau.


Tabellen und Abbildungen zum VPI stehen im Internetangebot des LSN bereit

Methodische Hinweise:
Der Verbraucherpreisindex (VPI) misst die durchschnittliche Preisentwicklung aller Waren und Dienstleistungen, die private Haushalte für Konsumzwecke kaufen. Darunter fallen zum Beispiel Nahrungsmittel, Bekleidung und Kraftfahrzeuge ebenso wie Mieten, Reinigungsdienstleistungen oder Reparaturen. Die prozentuale Veränderung des Verbraucherpreisindex gegenüber dem Vorjahresmonat beziehungsweise dem Vorjahr wird umgangssprachlich auch als Inflationsrate bezeichnet.

Die allgemeine Formel zur Berechnung einer prozentualen Veränderungsrate aus zwei Indexständen beruht auf einem Dreisatz: Veränderung in Prozent = neuer Indexstand / alter Indexstand * 100 – 100.

Diese Formel kann sowohl beim Vergleich beliebiger Jahresdurchschnittswerte als auch beim Vergleich beliebiger Berichtsmonate verwendet werden. In der Verbraucherpreisstatistik werden üblicherweise Veränderungsraten für das Vorjahr sowie den Vormonat und den Vorjahresmonat berechnet.

Informationen zu den Maßnahmen der Entlastungspakete und deren Wirksamkeit auf die Verbraucherpreisindizes finden Sie auf der Webseite des Statistischen Bundesamtes.

Erscheint bis zum 9. Januar 2026 keine Korrektur, sind die veröffentlichten Ergebnisse als endgültig anzusehen.

Kontakt:
Mert Yilmaz, Tel. 0511 9898-2370
Sebastian Fischer, Tel. 0511 9898-2531


Über das Landesamt für Statistik Niedersachsen
Das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) erstellt auf gesetzlicher Grundlage rund 290 Statistiken zu verschiedenen Themen wie Bevölkerung und Haushalte, Bildung, Erwerbstätigkeit, Finanzen, Wirtschaft und Handel, Industrie oder Umwelt und Energie. Das LSN bietet damit neutrale, verlässliche und fachlich unabhängige Informationen für das Land Niedersachsen, seine Regionen und Kommunen, die mit anderen deutschen und europäischen Daten vergleichbar sind. Diese stehen Politik, Verwaltung, Wirtschaft sowie Bürgerinnen und Bürgern zu Informations- und Planungszwecken sowie als Entscheidungsgrundlage zur Verfügung.

Verbreitung mit Quellenangabe erwünscht.


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