Die Inflationsrate in Niedersachsen lag im November 2025 bei 2,2%
Landesamt für Statistik Niedersachsen, Pressemitteilung Nr. 110 vom 28.11.2025
- Inflationsrate im Vergleich zum Vormonat unverändert
- Teuerungsrate bei Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken auf niedrigstem Stand seit Januar 2025
- Preisrückgänge im Bereich Energie
- Dienstleistungen bleiben Treiber der Inflation
HANNOVER. Das Niveau der Verbraucherpreise in Niedersachsen hat sich im November 2025 gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,2% erhöht. Dies geht aus vorläufigen Ergebnissen des Landesamtes für Statistik Niedersachsen (LSN) hervor. Im Oktober 2025 hatte die Inflationsrate ebenfalls 2,2% betragen. Gegenüber dem Vormonat sanken die Verbraucherpreise im November 2025 durchschnittlich um 0,2%.
Teuerungsrate bei Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken auf niedrigstem Stand seit Januar 2025
In der Abteilung „Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke“ stiegen die Preise gegenüber dem November 2024 um 1,7% (darunter: alkoholfreie Getränke +6,9% und Nahrungsmittel +1,1%). Kaffee, Tee und Kakao waren 17,2% teurer als vor einem Jahr, insbesondere Kakaopulver oder Ähnliches (+25,4%) sowie Kaffee und Ähnliches (+20,9%). Deutliche Preisanstiege gab es auch bei Obstkonserven (+29,8%), tiefgefrorenem Obst (+23,9%) sowie Schokoladen (+16,6%).
Im Gegensatz dazu verbilligten sich Speisefette und Speiseöle um 14,6% (darunter: Butter −23,0% und Olivenöl −14,5%). Auch die Preise für Kartoffeln, frisch, gekühlt und verarbeitet, lagen 11,8% unter dem Vorjahresniveau.
In den vergangenen Monaten ging die Teuerungsrate in dieser Abteilung kontinuierlich zurück. Der Novemberwert ist mit 1,7% auf dem niedrigsten Niveau seit Januar 2025 (+0,6%).
Preisrückgänge im Bereich Energie
Im November lagen die Energiepreise insgesamt 0,9% unter dem Vorjahresniveau. Haushaltsenergie verbilligte sich um 3,0%, während Kraftstoffe um 2,3% teurer wurden. Besonders deutlich sanken die Preise für Brennholz, Holzpellets oder andere feste Brennstoffe (−15,5%). Auch Strom (−4,2%), Heizöl, einschließlich Betriebskosten (−4,0%), und Erdgas, einschließlich Betriebskosten (−3,4%), wurden günstiger. Dagegen verteuerten sich Fernwärme (+4,1%) und Flüssiggas (+6,6%).
Bei Kraftstoffen stiegen die Preise für Diesel um 3,3% und für Superbenzin um 2,1% im Vergleich zum November 2024.
Der Gesamtindex ohne Energie erhöhte sich im November 2025 um 2,5% gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Gesamtindex ohne Nahrungsmittel und Energie − häufig auch als Kerninflation bezeichnet – nahm um 2,7% zu.
Dienstleistungen bleiben Treiber der Inflation
Die Preise für Dienstleistungen insgesamt lagen im November 2025 3,5% über dem Vorjahresniveau und trugen damit weiterhin maßgeblich zur Inflation bei. Die Nettokaltmieten stiegen moderat um 1,9% und wirkten dämpfend auf den Gesamtanstieg. Ohne Berücksichtigung der Nettokaltmiete erhöhten sich die Dienstleistungspreise um durchschnittlich 4,2%.
Besonders deutlich verteuerten sich Brief- und Paketdienstleistungen (+8,5%). Auch die Preise für die Personen- und Güterbeförderung (+7,8%, darunter: Personenbeförderung im Schienenverkehr +11,5%) und Pauschalreisen (+7,1%) stiegen spürbar.
| Tabellen und Abbildungen zum VPI stehen im Internetangebot des LSN bereit | ||
Methodische Hinweise:
Der Verbraucherpreisindex (VPI) misst die durchschnittliche Preisentwicklung aller Waren und Dienstleistungen, die private Haushalte für Konsumzwecke kaufen. Darunter fallen zum Beispiel Nahrungsmittel, Bekleidung und Kraftfahrzeuge ebenso wie Mieten, Reinigungsdienstleistungen oder Reparaturen. Die prozentuale Veränderung des Verbraucherpreisindex gegenüber dem Vorjahresmonat beziehungsweise dem Vorjahr wird umgangssprachlich auch als Inflationsrate bezeichnet.
Die allgemeine Formel zur Berechnung einer prozentualen Veränderungsrate aus zwei Indexständen beruht auf einem Dreisatz: Veränderung in Prozent = neuer Indexstand / alter Indexstand * 100 – 100.
Diese Formel kann sowohl beim Vergleich beliebiger Jahresdurchschnittswerte als auch beim Vergleich beliebiger Berichtsmonate verwendet werden. In der Verbraucherpreisstatistik werden üblicherweise Veränderungsraten für das Vorjahr sowie den Vormonat und den Vorjahresmonat berechnet.
Informationen zu den Maßnahmen der Entlastungspakete und deren Wirksamkeit auf die Verbraucherpreisindizes finden Sie auf der Webseite des Statistischen Bundesamtes.
Erscheint bis zum 5. Dezember 2025 keine Korrektur, sind die veröffentlichten Ergebnisse als endgültig anzusehen.
Kontakt:
Mert Yilmaz, Tel. 0511 9898-2370
Sebastian Fischer, Tel. 0511 9898-2531
Über das Landesamt für Statistik Niedersachsen
Das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) erstellt auf gesetzlicher Grundlage rund 290 Statistiken zu verschiedenen Themen wie Bevölkerung und Haushalte, Bildung, Erwerbstätigkeit, Finanzen, Wirtschaft und Handel, Industrie oder Umwelt und Energie. Das LSN bietet damit neutrale, verlässliche und fachlich unabhängige Informationen für das Land Niedersachsen, seine Regionen und Kommunen, die mit anderen deutschen und europäischen Daten vergleichbar sind. Diese stehen Politik, Verwaltung, Wirtschaft sowie Bürgerinnen und Bürgern zu Informations- und Planungszwecken sowie als Entscheidungsgrundlage zur Verfügung.
| Verbreitung mit Quellenangabe erwünscht. |
Herausgeber:
© 2025 Landesamt für Statistik Niedersachsen
Pressestelle, Göttinger Chaussee 76, 30453 Hannover
Telefon: 0511 9898-1016
Telefax: 0511 9898-991016
E-Mail: pressestelle@statistik.niedersachsen.de
https://www.statistik.niedersachsen.de
Mastodon: Norden.social/@Statistik_NI
Bluesky: @statistik.niedersachsen.de
XING: xing.to/LSN
Hinweise zum Datenschutz
| Journalistische Anfragen richten Sie bitte an den oben genannten Kontakt. |

