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Neue regionale Bevölkerungsvorausberechnung für Niedersachsen veröffentlicht: Flächendeckend Bevölkerungsverluste bis zum Jahr 2045 erwartet

Landesamt für Statistik Niedersachsen, Pressemitteilung Nr. 021 vom 24.02.2026


  • Bevölkerungsrückgang bis zum Jahr 2045 im südöstlichen Niedersachsen am höchsten
  • In 7 von 89 betrachteten Gebieten geringfügiges Bevölkerungswachstum
  • Moderate Bevölkerungsverluste im Einzugsgebiet der Städte Hannover und Wolfsburg sowie in den Küstenregionen

HANNOVER. Die Einwohnerzahl in Niedersachsens Regionen wird unter der Annahme moderater demografischer Entwicklungen bis zum Jahr 2045 nahezu flächendeckend zurückgehen. Auf Grundlage des Bevölkerungsstandes zum 31.12.2024 mit gut acht Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern wird für Niedersachsen ein Rückgang der Bevölkerung um rund 435.000 Personen (–5,4%) erwartet. Wie das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) mitteilt, werden in einigen niedersächsischen Regionen sogar teilweise deutliche Bevölkerungsverluste von mehr als 10% im Vergleich zum Ausgangsjahr 2024 angenommen. Das zeigen die Ergebnisse der 5. regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung für Niedersachsen.

Dabei sind die Bevölkerungsverluste in den südöstlichen Gebieten von Niedersachsen am höchsten. Die Bevölkerungszahl der Statistischen Region Braunschweig wird voraussichtlich in den nächsten 20 Jahren bis zum Jahr 2045 um ca. 120.000 Personen (-7,6%) schrumpfen, die Stadt Braunschweig sogar um 8,2%. Alleine im Landkreis Göttingen werden im Jahr 2045 rund 55.000 (-17,0%) Menschen weniger leben als zum Ende des Jahres 2024 (2024: 328.028 Personen). Damit zählt der Landkreis zu dem am stärksten vom Bevölkerungsverlust betroffenen Landkreisen. Hohe Bevölkerungsrückgänge können auch für den Heidekreis (-12,4%) und den Landkreis Holzminden (-11,2%) erwartet werden. Im Vergleich dazu bleibt die Bevölkerungszahl in den Landkreisen Ammerland (-0,25%), Peine (-0,54%) und Gifhorn (-0,74%) im Betrachtungszeitraum von 2024 bis 2045 relativ stabil.

In lediglich 7 von 89 betrachteten Gebieten wird die Bevölkerungszahl bis zum Jahr 2045 nicht sinken, sondern geringfügig wachsen. So wird in der Gemeinde Ganderkesee ein Plus von ca. 3,9% und in der Stadt Nordhorn ein Bevölkerungsanstieg um 2,6% erwartet. Insgesamt zeigen sich in Regionen im Einzugsgebiet der Städte Hannover und Wolfsburg sowie den Küstenregionen vergleichsweise geringere Bevölkerungsverluste.

Die Ergebnisse der 5. regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung sind für alle niedersächsischen Kreise, kreisfreien Städte sowie Städte und Gemeinden mit etwa 30.000 Einwohnerinnen und Einwohnern und deren Umland interaktiv in Form von Karten, Grafiken und Tabellen in einem Dashboard dargestellt. Neben den Ergebnissen, insbesondere den vorausberechneten Bevölkerungszahlen sowie demografischen Kennzahlen, finden sich dort auch Erläuterungen zur Methodik, vor allem zu den Annahmen und Varianten der Berechnung.

Das Dashboard ist unter dem folgendem Link abrufbar:
https://it.statistik.niedersachsen.de/bevoelkerung/dashboard_5_rbv/

Außerdem werden die Ergebnisse in einer Artikelserie im Online-Magazin des LSN nach thematischen Schwerpunkten dargestellt. Der erste Artikel der Serie zur „Bevölkerungsentwicklung in den niedersächsischen Regionen" steht ab sofort zur Verfügung.


Methodische Hinweise
Der Ausgangspunkt für die 5. regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung ist die fortgeschriebene Bevölkerungszahl zum 31.12.2024 auf Basis des Zensus 2022. Der Vorausberechnungszeitraum endet im Jahr 2045. Betrachtet werden alle Landkreise, kreisfreien Städte sowie ausgewählte große Städte mit etwa 30.000 Einwohnerinnen und Einwohnern oder mehr sowie deren Umland, woraus sich 89 Gebiete ergeben.

Langfristige Bevölkerungsvorausberechnungen sind keine Prognosen. Sie liefern „Wenn-Dann-Aussagen“ und zeigen, wie sich die Bevölkerung und deren Struktur unter bestimmten Annahmen verändern würden. Der 5. regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung liegen jeweils drei Annahmen zu Geburtenhäufigkeit, Lebenserwartung und zum Wanderungssaldo sowie deren Verteilung und Entwicklung auf regionaler Ebene zugrunde. Die drei berechneten Varianten zeigen die Spannbreite der möglichen Entwicklungen bis zum Jahr 2045 auf. Eine übersichtliche Darstellung der verwendeten Annahmen ist u.a. auf der Internetseite des LSN zu finden.


Kontakt:
Dr. Falk Voit, Tel. 0511 9898-1160
bevoelkerungsvorausberechnung@statistik.niedersachen.de


Über das Landesamt für Statistik Niedersachsen
Das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) erstellt auf gesetzlicher Grundlage rund 290 Statistiken zu verschiedenen Themen wie Bevölkerung und Haushalte, Bildung, Erwerbstätigkeit, Finanzen, Wirtschaft und Handel, Industrie oder Umwelt und Energie. Das LSN bietet damit neutrale, verlässliche und fachlich unabhängige Informationen für das Land Niedersachsen, seine Regionen und Kommunen, die mit anderen deutschen und europäischen Daten vergleichbar sind. Diese stehen Politik, Verwaltung, Wirtschaft sowie Bürgerinnen und Bürgern zu Informations- und Planungszwecken sowie als Entscheidungsgrundlage zur Verfügung.


Verbreitung mit Quellenangabe erwünscht.


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