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Umsatzrückgang bei niedersächsischen Unternehmen im Jahr 2024

Landesamt für Statistik Niedersachsen, Pressemitteilung Nr. 031 vom 26.03.2026


  • Umsatz der Unternehmen verringerte sich um 1,8% gegenüber 2023
  • Anzahl der umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen stieg um 0,6%
  • Deutliche Umsatzzuwächse im Dienstleistungssektor
  • Umsatzrückgänge vor allem in der Energieversorgung und dem Verarbeitenden Gewerbe

HANNOVER. Wie das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) mitteilt, haben die 276.260 umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen in Niedersachsen im Jahr 2024 rund 746 Mrd. Euro Umsatz aus Lieferungen und Leistungen erzielt. Damit ist die Zahl der Unternehmen gegenüber dem Vorjahr um 0,6% gestiegen und setzt damit den seit dem Jahr 2021 beobachteten Anstieg der Anzahl umsatzsteuerpflichtiger Unternehmen weiter fort. Gleichzeitig gingen die Umsätze nach mehreren Jahren positiver Entwicklung erstmals wieder zurück. Gegenüber dem Vorjahreswert von rund 760 Mrd. Euro verringerte sich der erzielte Umsatz um 1,8%.

Ein wesentlicher Teil des Gesamtanstiegs der steuerpflichtigen Unternehmen ist auf die Wirtschaftsabschnitte „Grundstücks- und Wohnungswesen“ sowie „Land- und Forstwirtschaft, Fischerei“ zurückzuführen, die damit besonders zur positiven Entwicklung der Unternehmenszahl im Jahr 2024 beigetragen haben. Neben dem Zuwachs an Unternehmen verzeichneten beide Wirtschaftsabschnitte auch deutliche Umsatzsteigerungen von 2,87 Mrd. Euro bzw. 1,4 Mrd. Euro.

Der Rückgang der Umsätze ist im Wesentlichen auf die Wirtschaftsabschnitte Energieversorgung und das Verarbeitende Gewerbe zurückzuführen. Die Energieversorgung verzeichnete einen deutlichen Umsatzrückgang von 8,0 Mrd. Euro (-17,0%), was im Vergleich zu den außergewöhnlich hohen Werten der Jahre 2022 und 2023 eine Rückkehr auf ein Vorkrisenniveau erkennen lässt. Im Verarbeitenden Gewerbe setzte sich der seit 2022 beobachtbare Rückgang fort: Der Umsatz verringerte sich 2024 um insgesamt 16,71 Mrd. Euro (-5,5%) gegenüber dem Vorjahr. Besonders deutlich fiel der Umsatzrückgang in den Wirtschaftsabteilungen „Maschinenbau“ sowie „Metallerzeugung und -bearbeitung“ aus, in denen die Umsätze gegenüber dem Vorjahr um 1,86 Mrd. Euro bzw. 1,75 Mrd. Euro sanken.

Auch im Wirtschaftsabschnitt „Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz“ setzte sich der negative Trend des Vorjahres fort. Die Zahl der steuerpflichtigen Unternehmen verringerte sich um 913 Unternehmen und die Umsätze gingen insgesamt um 2,47 Mrd. Euro zurück. Während sowohl im Einzel- als auch im Großhandel erneut weniger steuerpflichtige Unternehmen registriert wurden, entfiel der Umsatzrückgang ausschließlich auf den Großhandel, der im Vergleich zu 2023 einen deutlichen Rückgang um 3,66 Mrd. Euro verzeichnete.

Demgegenüber entwickelten sich die Umsätze in den meisten Wirtschaftsabschnitten des Dienstleistungssektors positiv. Besonders stark stiegen die Umsätze im Wirtschaftsabschnitt Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, die im Vergleich zum Vorjahr um 5,06 Mrd. Euro zulegten. Auch die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen verzeichneten eine deutliche Umsatzsteigerung von 5,72 Mrd. Euro. Ebenso wurde in diesen Abschnitten ein deutlicher Zuwachs bei der Zahl der Unternehmen festgestellt.

Insgesamt zeigen die Ergebnisse eine strukturelle Verschiebung von klassischen Produktions- und Handelsbereichen hin zu dienstleistungsorientierten Wirtschaftsabschnitten. Die starken Zuwächse im Dienstleistungssektor reichten jedoch nicht aus, um die deutlichen Umsatzrückgänge in den großen Produktions- und Handelsbereichen auszugleichen.


Anlage zur Pressemitteilung (xlsx)

Methodische Hinweise:
In der Statistik werden alle Unternehmen mit Sitz in Niedersachsen abgebildet, die Umsatzsteuer-Voranmeldungen gegenüber den Finanzämtern abgegeben haben. Nicht erfasst werden Kleinunternehmer (Unternehmer mit jährlichen Umsätzen bis 22.000 Euro) sowie Unternehmen, die nahezu ausschließlich steuerfreie Umsätze tätigen bzw. bei denen keine Steuerzahllast entsteht, z. B. bei niedergelassenen Ärzten und Zahnärzten, Behörden und Versicherungsvertretern. In der Umsatzbesteuerung ist der Begriff des Unternehmens gleichbedeutend mit „Steuerpflichtiger“. Unternehmer ist, wer eine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selbständig ausübt, unabhängig davon, ob er nach anderen Vorschriften rechtsfähig ist. Auch die Absicht zur Gewinnerzielung ist für die Entstehung der Umsatzsteuerpflicht nicht erforderlich.

Die hier dargestellten Umsätze sind gemäß § 1 Abs. 1 UStG die „Lieferungen und Leistungen, die von einem Unternehmer im Inland gegen Entgelt im Rahmen seines Unternehmens“ erzielt werden. Sie enthalten steuerpflichtige und steuerfreie Umsätze sowie Umsätze, die gemäß § 13b Abs. 5 UStG vom Empfänger der Leistung gemeldet werden müssen. Nicht enthalten ist der innergemeinschaftliche Erwerb gem. § 1a UStG.

Kontakt:
Max Schneider, Tel. 0511 9898-3219


Über das Landesamt für Statistik Niedersachsen
Das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) erstellt auf gesetzlicher Grundlage rund 290 Statistiken zu verschiedenen Themen wie Bevölkerung und Haushalte, Bildung, Erwerbstätigkeit, Finanzen, Wirtschaft und Handel, Industrie oder Umwelt und Energie. Das LSN bietet damit neutrale, verlässliche und fachlich unabhängige Informationen für das Land Niedersachsen, seine Regionen und Kommunen, die mit anderen deutschen und europäischen Daten vergleichbar sind. Diese stehen Politik, Verwaltung, Wirtschaft sowie Bürgerinnen und Bürgern zu Informations- und Planungszwecken sowie als Entscheidungsgrundlage zur Verfügung.

Verbreitung mit Quellenangabe erwünscht.


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