Gleich und gleich gesellt sich gern – ähnliches Bildungsniveau bei Paaren in Niedersachsen
Landesamt für Statistik Niedersachsen, Pressemitteilung Nr. 019 vom 13.02.2026
- Bei knapp 60% der rund 1,8 Millionen Paare in Niedersachsen hatten 2024 beide Partner das gleiche Bildungsniveau
- Bildungshomogenität ist bei jüngeren Paaren stärker ausgeprägt, besonders bei höherem Bildungsniveau
- Bei Paaren mit unterschiedlichem Bildungsniveau verfügen häufiger Männer über eine höhere Bildung, doch bei jüngeren Paaren verringert sich dieser Abstand deutlich
HANNOVER. Gegensätze ziehen sich an – heißt es. Doch wenn es um Partnerschaften geht, zeigt sich oft das Gegenteil. Wie das Landesamt für Statisik Niedersachsen (LSN) anlässlich des Valentinstages mitteilt, hatten laut Mikrozensus 2024 von den rund 1,8 Millionen Paaren in Niedersachsen 59,8% das gleiche Bildungsniveau. 40,2% der Paare unterschieden sich hinsichtlich des Bildungsniveaus. Bei etwa jedem elften Paar (8,8%) verfügte sowohl der Mann als auch die Frau über ein formal niedriges Bildungsniveau. Etwas mehr als ein Drittel der Paare (34,5%) wiesen bei beiden Partnern einen mittleren Bildungsabschluss auf, während 16,5% der Paare aus zwei höher gebildeten Personen bestanden.
Unterschiede beim Bildungsniveau zwischen Frauen und Männern
Des Weiteren zeigten sich bei Paaren mit unterschiedlichen Bildungsniveaus merkliche Geschlechterunterschiede: 27,8% der Paare wiesen einen höher gebildeten Mann auf. In jedem achten Paarverhältnis (12,5%) besaß die Frau eine formal höhere Bildung als ihr Partner.
Neben dem Geschlecht spielte insbesondere das Alter eine Rolle: Jüngere Paare zwischen 18 und unter 45 Jahren hatten häufiger das gleiche Bildungsniveau (rund 62,6%) als ältere Paare ab 45 Jahren (58,5%). Bei jungen Paaren zeigte sich die größere Bildungshomogenität besonders bei höherer und mittlerer Bildung: Bei 24,0% aller jungen Paare hatten beide Partner ein höheres, bei 28,1% ein mittleres und bei 10,5% ein niedriges Bildungsniveau. Ältere Paare hatten bei gleichem Bildungsniveau noch häufiger eine mittlere Bildung (37,3%). Höhere und niedrige Bildungsniveaus (13,2% bzw. 8,0%) waren bei Paaren mit gleicher Bildung hier entsprechend seltener.
Höher gebildete Frauen bei jüngeren Paaren häufiger vertreten
Eine besonders interessante Entwicklung zeigte sich bei Paaren unterschiedlicher Bildungsniveaus. Höher gebildete Frauen waren unter älteren Paaren mit knapp 10,4% eine seltene Ausnahme, während ihr Anteil bei jüngeren Paaren bereits 17,2% erreichte. Umgekehrt verfügte der Mann bei 20,2% der jüngeren Paare über ein höheres Bildungsniveau; bei älteren Paaren traf dies sogar auf nahezu ein Drittel (31,2%) zu. Damit ergibt sich bei älteren Paaren ein deutlicher Vorsprung von 20,8 Prozentpunkten in Bezug auf das Bildungsniveau zugunsten der Männer, während der Abstand zwischen den Geschlechtern bei jüngeren Paaren mit rund 3 Prozentpunkten kaum ins Gewicht fällt.
Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklungen ist die Nivellierung der Unterschiede beim Bildungsniveau jüngerer Frauen und Männer. Während knapp ein Drittel der Frauen zwischen 18 und unter 45 Jahren ein hohes Bildungsniveau hatte (29,6%), betrug der Anteil bei den Frauen ab 45 Jahren 18,6%. Entsprechend war der Anteil der Frauen mit mittlerem Bildungsniveau in der jüngeren Altersgruppe mit 47,8% deutlich niedriger als bei den Älteren (57,4%). Bei Männern verhielt sich diese Dynamik umgekehrt. Der Anteil mit hohem Bildungsniveau lag bei den Jüngeren mit 28,0% niedriger als bei den Männern ab 45 Jahren (33,4%). Jüngere Männer wiesen mit 26,7% einen höheren Anteil mit niedriger Bildung auf als die älteren Männer (15,0%).
| Anlage 1 zur Pressemitteilung (xlsx) Anlage 2 zur Pressemitteilung (xlsx) Anlage 3 zur Pressemitteilung (xlsx) |
||
Methodische Hinweise und Definitionen:
Beim Mikrozensus wird jährlich rund 1% der Bevölkerung in Niedersachsen befragt. Die Angaben in dieser Pressemitteilung basieren auf den Endergebnissen des Mikrozensus 2024. Um aus den erhobenen Daten Aussagen über die Gesamtbevölkerung treffen zu können, werden die Daten an den Eckwerten der Bevölkerungsfortschreibung auf der Grundlage des Zensus 2022 hochgerechnet. Weitere Informationen: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Haushalte-Familien/Methoden/mikrozensus-2020.html
In den Auswertungen werden gleichgeschlechtliche Paare und Paare unter 18 Jahren nicht betrachtet. Darüber hinaus werden nur Paare berücksichtigt, bei denen beide Partner der gleichen Altersgruppe angehören (18 bis unter 45 Jahre bzw. 45 Jahre und älter).
Das Bildungsniveau wird gemäß der ISCED-Klassifikation (International Standard Classification of Education) bestimmt. Auf Basis dieser Klassifikation (ISCED 2011) wird ein hoher, mittlerer und niedriger Bildungsstand ausgewiesen, kombiniert aus den Merkmalen allgemeiner Schulabschluss und beruflicher Bildungsabschluss:
Niedrig- Fachhochschulreife/Hochschulreife und ohne beruflichen Abschluss
- Fachhochschulreife/Hochschulreife und/oder einer der folgenden Abschlüsse: Lehrausbildung, Abschluss an Berufsfachschulen, Abschluss eines kurzen Bildungsgangs an Ausbildungsstätte oder Abschluss des Vorbereitungsdienstes für den mittleren Dienst
- Abschluss eines 2- oder 3‑jährigen Bildungsganges an einer Ausbildungsstätte und ohne Fachhochschulreife/Hochschulreife
Hoch (Abschlüsse im Tertiärbereich)
- Meisterinnen- und Meisterausbildung, Technikerinnen- und Technikerausbildung, Abschluss an Ausbildungsstätte/Schule für Erzieherinnen und Erzieher, Dualer Hochschulabschluss, Abschluss an Verwaltungsfachhochschulen, Bachelor-, Masterabschluss oder Promotion
Nähere Informationen zum Mikrozensus sowie weitere Ergebnistabellen zu privaten Haushalten und anderen Themenbereichen finden Sie unter: https://www.statistik.niedersachsen.de/themen/privathaushalte-niedersachsen
Weiterführender Beitrag: Einen vertiefenden Artikel speziell zum Bildungsstand in Niedersachsen finden Sie unter: https://magazin.statistik.niedersachsen.de/tag-der-bildung-bildungsstand-in-niedersachsen-2023/#more-4275
Kontakt:
Daniel Saraval, Tel. 0511 9898-1139
Über das Landesamt für Statistik Niedersachsen
Das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) erstellt auf gesetzlicher Grundlage rund 290 Statistiken zu verschiedenen Themen wie Bevölkerung und Haushalte, Bildung, Erwerbstätigkeit, Finanzen, Wirtschaft und Handel, Industrie oder Umwelt und Energie. Das LSN bietet damit neutrale, verlässliche und fachlich unabhängige Informationen für das Land Niedersachsen, seine Regionen und Kommunen, die mit anderen deutschen und europäischen Daten vergleichbar sind. Diese stehen Politik, Verwaltung, Wirtschaft sowie Bürgerinnen und Bürgern zu Informations- und Planungszwecken sowie als Entscheidungsgrundlage zur Verfügung.
| Verbreitung mit Quellenangabe erwünscht. |
Herausgeber:
© 2026 Landesamt für Statistik Niedersachsen
Pressestelle, Göttinger Chaussee 76, 30453 Hannover
Telefon: 0511 9898-1016
Telefax: 0511 9898-991016
E-Mail: pressestelle@statistik.niedersachsen.de
https://www.statistik.niedersachsen.de
Mastodon: Norden.social/@Statistik_NI
Bluesky: @statistik.niedersachsen.de
XING: xing.to/LSN
Hinweise zum Datenschutz
| Journalistische Anfragen richten Sie bitte an den oben genannten Kontakt. |

