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Zahl der Asylbewerberleistungsempfänger in Niedersachsen gestiegen

Pressemitteilung des Landesbetriebes für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen


Datum: 23. Juli 2012
Nummer 61/12



HANNOVER. In Niedersachsen erhielten am Jahresende 2011 insgesamt 16 191 Personen Regelleistungen zur Deckung des täglichen Bedarfs nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG). Wie der Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen (LSKN) mitteilt, waren es im Jahr zuvor 15 843 Personen. Der Trend der Vorjahre, in denen die Anzahl der Leistungsempfänger rückläufig war, setzte sich nicht fort, denn es gab einen leichten Anstieg um 2,2 % (348 Personen).

Die Regelleistungen umfassen in den ersten 48 Monaten des Leistungsbezugs Grundleistungen nach § 3 AsylbLG, wie zum Beispiel die Bereitstellung einer Unterkunft, Heizung, Kleidung sowie Mittel für Ernährung, Gesundheits- und Körperpflege und Gebrauchs- und Verbrauchsgüter des Haushalts, die vorrangig in Form von Sachleistungen und Wertgutscheinen bereit gestellt werden. Zudem erhalten die Leistungsberechtigten einen monatlichen Geldbetrag, der zur Deckung der persönlichen Bedürfnisse dient. Ende 2011 erhielten 10 984 Personen Grundleistungen in Form von Sachleistungen, Wertgutscheinen und Geldleistungen. Unter den gesetzlichen Voraussetzungen sind den Leistungsberechtigten nach einem 48-monatigen Leistungsbezug gem. § 2 AsylbLG anstelle der Grundleistungen Sozialleistungen entsprechend dem SGB XII zu gewähren. Die Gewährung dieser Leistungen erfolgt als Geldleistung. 5 207 Personen erhielten am Jahresende 2011 Leistungen analog SGB XII.

Außerdem erhielten im Jahr 2011 insgesamt 7 078 Personen besondere Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Im Fall der besonderen Leistungen handelt es sich um Geld- und Sachleistungen, die in besonderen Bedarfssituationen wie beispielsweise Krankheit, Schwangerschaft und Geburt bewilligt werden.

Mit 7 103 Personen kam die größte Gruppe der Asylbewerberleistungsempfänger (43,9 %) aus Asien, gefolgt von 6 144 Personen (38 %) aus Europa. Von diesen stammten mehr als zwei Drittel (4 497 Personen, 73 %) aus dem ehemaligen Jugoslawien, gefolgt von 1 043 Personen (17 %) aus der Türkei. Bei 1 375 Leistungsempfängern (9 %) war die Staatsangehörigkeit unbekannt. Zum Vergleich, im Jahr 2010 kamen 6 597 Personen (42 %) aus Asien und 6 472 Personen (41 %) aus Europa, darunter 74 % (4 765 Personen) aus dem ehemaligen Jugoslawien.

Im Durchschnitt waren die Asylbewerber und –bewerberinnen 26 Jahre alt. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen bis 18 Jahre betrug 36 %. Lediglich 430 Leistungsempfänger (2,7 %) waren 65 Jahre und älter. 56 % der Empfänger waren männlich und 44 % weiblich.

Die Ausgaben für Asylbewerberleistungen beliefen sich im Jahr 2011 auf 94,3 Millionen Euro. Nach Abzug der Einnahmen von 2,3 Millionen Euro verblieben Nettoausgaben in Höhe von 92,0 Millionen Euro, was 3,2 Millionen Euro (+3,6 %) mehr gegenüber 2010 bedeutet. 87,4 Millionen Euro wurden durch örtliche Träger und 4,5 Millionen durch den überörtlichen Träger verausgabt.


Im Statistischen Monatsheft Niedersachsen 7/2012 sind ab Seite 413 mehrere Tabellen zu den Asylbewerberleistungsempfängern 2011 kostenfrei abrufbar.



Ansprechpartner:
Dr. Ortrud Moshake, Tel. 0511 9898-2213
Herbert Krüger, Tel. 0511 9898-2216



Verbreitung mit Quellenangabe erwünscht.


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