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Inflationsrate lag im August 2020 bei -0,2%

Landesamt für Statistik Niedersachsen, Pressemitteilung Nr. 084 vom 31.08.2020



HANNOVER. Wie das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) auf Basis vorläufiger Ergebnisse mitteilt, verringerte sich das Niveau der Verbraucherpreise in Niedersachsen im August 2020 um 0,2% im Vergleich zum Vorjahresmonat. Dies steht im Zusammenhang mit der am 1. Juli 2020 in Kraft getretenen temporären Senkung der Mehrwertsteuer. Im Juli 2020 lag die Inflationsrate bei -0,3% und im Juni 2020 bei 0,8%.

Die deutlichsten Preisanstiege gab es im August 2020 im Vergleich zum August 2019 in den Abteilungen „Alkoholische Getränke und Tabakwaren“ (+2,4%) sowie „Andere Waren und Dienstleistungen“ (+2,1%). Ursächlich für die Preiserhöhung in der Abteilung „Alkoholische Getränke und Tabakwaren“ war insbesondere die Preisentwicklung bei Tabakwaren (+6,5%). Zu der Abteilung „Andere Waren und Dienstleistungen“ gehören unter anderem die Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+6,6%) und die Friseurdienstleistungen (+5,9%). Hier mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher höhere Preise zahlen.

Im August 2020 gab es gegenüber dem August 2019 deutliche Preisrückgänge in den Abteilungen „Post und Telekommunikation“ (-2,8%) und „Verkehr“ (-2,5%). Die Preise für Festnetz- und Mobiltelefone (-6,8%) gingen in der Abteilung „Post und Telekommunikation“ zurück. Im Bereich „Verkehr“ wurden insbesondere die Preise für Personenbeförderung im Schienenverkehr (-13,6%) und für Kraft- und Schmierstoffe für Fahrzeuge (-10,1%; darunter Dieselkraftstoff: -11,4%; Benzin: -9,9%) günstiger. Weniger mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher auch in den Abteilungen „Bekleidung und Schuhe“ (-2,0%), „Freizeit, Unterhaltung und Kultur“ (-1,4%) sowie „Möbel, Leuchten, Geräte u.a. Haushaltszubehör“ (-1,4%) bezahlen.

Insgesamt sank das Niveau der Verbraucherpreise im Vergleich zum Vormonat Juli 2020 um -0,1%.

Die tatsächlichen Auswirkungen der Mehrwertsteuersenkung auf die Inflationsrate können nicht quantifiziert werden, da die Preisentwicklung von vielen Faktoren abhängig ist. Die Ergebnisse könnten aber darauf hinweisen, dass die Mehrwertsteuersenkung in vielen Bereichen an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben wurde.



Methodischer Hinweis:

Der Verbraucherpreisindex (VPI) misst die durchschnittliche Preisentwicklung aller Waren und Dienstleistungen, die private Haushalte für Konsumzwecke kaufen. Darunter fallen zum Beispiel Nahrungsmittel, Bekleidung und Kraftfahrzeuge ebenso wie Mieten, Reinigungsdienstleistungen oder Reparaturen. Die prozentuale Veränderung des Verbraucherpreisindex gegenüber dem Vorjahresmonat beziehungsweise dem Vorjahr wird umgangssprachlich auch als Inflationsrate bezeichnet.

Erscheint bis zum 4. September 2020 keine Korrektur, sind die veröffentlichten Ergebnisse als endgültig anzusehen.

Kontakt:
Kathleen Driefert, Tel. 0511 9898-2351

Verbreitung mit Quellenangabe erwünscht.


Herausgeber:
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