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Verbraucherpreise im Juni 2020 um 0,8% höher als im Juni 2019

Landesamt für Statistik Niedersachsen, Pressemitteilung Nr. 062 vom 29.06.2020



HANNOVER. Wie das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) auf Basis vorläufiger Ergebnisse mitteilt, erhöhten sich die Verbraucherpreise in Niedersachsen im Juni 2020 um 0,8% im Vergleich zum Vorjahresmonat. Im Mai 2020 lag die Inflationsrate bei 0,5%.

Die deutlichsten Preisanstiege gab es im Juni 2020 im Vergleich zum Juni 2019 in den Abteilungen „Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke“ (+3,7%), „Alkoholische Getränke und Tabakwaren“ (+3,3%) sowie „Andere Waren und Dienstleistungen“ (3,1%). In der Abteilung „Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke“ mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher unter anderem für Obst (+13,3%) sowie für Fleisch und Fleischwaren (+6,8%) mehr bezahlen. Ursächlich für den Preisanstieg in der Abteilung „Alkoholische Getränke und Tabakwaren“ war insbesondere die Preisentwicklung bei Tabakwaren (+6,2%). Zu der Abteilung „Andere Waren und Dienstleistungen“ gehören unter anderem die Dienstleistungen sozialer Einrichtungen, deren Preise sich im Vergleich zum Vorjahresmonat um 6,7% erhöhten, die Preise für Friseurdienstleistungen stiegen um 6,6%. Es ist davon auszugehen, dass die Preisanstiege in der Friseurbranche auf die neuen coronabedingten Hygienevorschriften zurückzuführen sind.

Im Juni 2020 gab es gegenüber dem Juni 2019 deutliche Preisrückgänge in der Abteilung „Verkehr“ (-2,5%). In diesem Bereich wurden insbesondere die Preise für die Personenbeförderung im Schienenverkehr (-13,3%) und für Kraft- und Schmierstoffe für Fahrzeuge (-13,0%; darunter Benzin: -13,8%, Dieselkraftstoff: -11,6%) günstiger. Weniger mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher in den Abteilungen „Bekleidung und Schuhe“ (-1,0%), „Freizeit, Unterhaltung und Kultur“ (-0,6%) sowie „Post und Telekommunikation“ (-0,2%) bezahlen.

Zudem gingen die Preise von Heizöl (-23,3%) in der Abteilung „Wohnung, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe“ zurück. Die Coronakrise sorgt weiterhin für eine deutlich gesunkene Nachfrage nach Kraftstoffen und Heizöl. Die Inflationsrate im Juni 2020 hätte ohne die Berücksichtigung der Preise von Kraftstoffen und Heizöl bei 1,5% gelegen.

Insgesamt stiegen die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vormonat Mai 2020 um 0,6%.


Methodischer Hinweis:
Der Verbraucherpreisindex (VPI) misst die durchschnittliche Preisentwicklung aller Waren und Dienstleistungen, die private Haushalte für Konsumzwecke kaufen. Darunter fallen zum Beispiel Nahrungsmittel, Bekleidung und Kraftfahrzeuge ebenso wie Mieten, Reinigungsdienstleistungen oder Reparaturen. Die prozentuale Veränderung des Verbraucherpreisindex gegenüber dem Vorjahresmonat beziehungsweise dem Vorjahr wird umgangssprachlich auch als Inflationsrate bezeichnet.

Erscheint bis zum 3. Juli 2020 keine Korrektur, sind die veröffentlichten Ergebnisse als endgültig anzusehen.

Kontakt:
Frau Günterberg, Tel. 0511 9898-2370

Verbreitung mit Quellenangabe erwünscht.


Herausgeber:
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Journalistische Anfragen richten Sie bitte an den oben genannten Kontakt.

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