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Zahl der Asylbewerberleistungsempfänger in Niedersachsen stieg 2013 um fast 40%

Pressemitteilung des Landesamtes für Statistik Niedersachsen



Datum: 22. Juli 2014
Nummer 54/14



Hannover. In Niedersachsen erhielten am Jahresende 2013 insgesamt 23 156 Personen Regelleistungen zur Deckung des täglichen Bedarfs nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG). Nach Mitteilung des Landesamtes für Statistik Niedersachsen (LSN) waren es im Jahr zuvor 16 607 Personen, dies bedeutet für 2013 einen Anstieg um 6 549 Personen (39,4 %).

Die Regelleistungen umfassen in den ersten 48 Monaten des Leistungsbezugs Grundleistungen nach § 3 AsylbLG, dazu gehören: die Bereitstellung einer Unterkunft, Heizung, Kleidung, Mittel für Ernährung, Gesundheits- und Körperpflege sowie Gebrauchs- und Verbrauchsgüter des Haushalts. Diese Grundleistungen sollen laut Gesetz vorrangig in Form von Sachleistungen und Wertgutscheinen bereit gestellt werden. Zusätzlich wird ein monatlicher Geldbetrag (Taschengeld) zur Deckung der persönlichen Bedürfnisse gewährt.

Unter den gesetzlichen Voraussetzungen werden den Leistungsberechtigten gemäß § 2 AsylbLG anstelle der Grundleistungen erhöhte Leistungen als „Hilfe zum Lebensunterhalt“ entsprechend dem SGB XII gewährt. Ende 2013 erhielten 19 075 Personen (82,4 %) Grundleistungen in Form von Sachleistungen, Wertgutscheinen und Geldleistungen und 4 081 Personen (17,6 %) Hilfe zum Lebensunterhalt.

Außerdem bekamen am Jahresende 2013 insgesamt 11 079 Personen (+39,3 %) zusätzlich besondere Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Im Fall der besonderen Leistungen handelt es sich um Geld- und Sachleistungen, die nur in besonderen Bedarfssituationen wie beispielsweise Krankheit, Schwangerschaft und Geburt beziehungsweise für sonstige Leistungen bewilligt werden.

Die größte Gruppe der Asylbewerberleistungsempfänger (9 920 Personen; 42,8 %) kam aus Europa. Darunter stammten mehr als zwei Drittel (6 871 Personen, 69,3 %, +28,1 %) aus dem ehemaligen Jugoslawien, gefolgt von 1 618 Personen (16,3 %, +207 %) aus der Russischen Föderation. Insgesamt 8 394 Personen (36,2 %) kamen aus Asien, wobei Syrien und Irak mit 1 464 / 1 439 Asylbewerbern die größten Anteile stellten (17,4 % und 17,1 %), gefolgt von Afghanistan (1 255 Personen; 15 %) und dem Iran (1 157 Personen; 13,8 %). Die Zahl der Asylbewerber und -bewerberinnen aus Afrika erhöhte sich um 115,8 % von 1 672 auf 3 609 Personen. Insbesondere Empfänger aus Somalia, der Republik Sudan, der Republik Côte d’Ivore, Eritrea und Ghana beantragten verstärkt Asyl in Niedersachsen. Bei 952 Leistungsempfängern (4,1 %) war die Staatsangehörigkeit unbekannt und 184 Personen waren staatenlos.

Das Durchschnittsalter der Asylbewerber und –bewerberinnen lag bei 26 Jahren. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen bis 18 Jahre betrug 33,6 %. Lediglich 467 Leistungsempfänger (2 %) gehörten zur Altersgruppe 65 Jahre und älter. Von den Empfängern waren 58,8 % männlich und 41,2 % weiblich.

Die beiden größten Gruppen bezüglich des aufenthaltsrechtlichen Status bildeten Ende 2013 die Bewerber mit einer Aufenthaltsgestattung (48,5 %) und die geduldeten Asylbewerber (33,9 %). Es folgten die Gruppe der Familienangehörigen (6,8 %), die Gruppe der Asylbewerber, die vollziehbar zur Ausreise verpflichtet war (5,7 %), sowie die Gruppe der Asylbewerber, die eine Aufenthaltserlaubnis aus völkerrechtlichen, humanitären oder politischen Gründen besaß (4,7 %).

Die Bruttoausgaben für Asylbewerberleistungen beliefen sich in Niedersachsen im Jahr 2013 auf 146 Millionen Euro. Nach Abzug der Einnahmen von knapp 3 Millionen Euro, dazu zählen Aufwendungsersatz, Kostenersatz, Rückzahlungen gewährter Hilfe, übergeleitete Unterhaltsansprüche sowie Leistungen von Sozialleistungsträgern, verblieben Nettoausgaben in Höhe von 143 Millionen Euro. Dies bedeutet einen Anstieg der Ausgaben um 36,7 Millionen Euro (+34,6 %) gegenüber 2012. Rund 134,9 Millionen Euro der Nettoausgaben wurden durch örtliche Träger (94,3 %) und 8,2 Millionen durch den überörtlichen Träger (5,7 %) aufgewendet. Die statistischen Nettoausgaben je Einwohner in Niedersachsen stiegen von 13,67 (2012) auf 18,39 Euro (2013).


Im Statistischen Monatsheft Niedersachsen 7/2014 sind ab Seite 366 mehrere Tabellen zu den Asylbewerberleistungsempfängern 2013 kostenfrei abrufbar.


Ansprechpartner:
Herr Krüger, Tel. 0511 9898 - 2216
Frau Dr. Moshake, Tel. 0511 9898 - 2213



Verbreitung mit Quellenangabe erwünscht.


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