Herr Dr. Voit
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Bevölkerungsvorausberechnungen für Niedersachsen - Methodische Hinweise
Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN)
Langfristige Bevölkerungsvorausberechnungen sind keine Prognosen. Sie liefern „Wenn-Dann-Aussagen“ und zeigen, wie sich die Bevölkerung und deren Struktur unter bestimmten Annahmen verändern würden.
Allgemeine methodische Hinweise
Die Basis für die koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung (kBV) bildet die sogenannte Kohorten-Komponenten-Methode (siehe Abbildung 1). Bei dieser Methode lassen sich die Geburtsjahrgänge (Kohorten) nach Geschlecht für jedes einzelne Vorausberechnungsjahr hypothetisch fortschreiben. In die Berechnung fließen drei Komponenten ein: Geburten, Sterbefälle und Wanderungen. In der Regel werden insgesamt 100 Altersjahre betrachtet. Die rechnerischen Ergebnisse werden in Tabellen dargestellt und lassen sich visuell in einer Bevölkerungspyramide veranschaulichen.
Um die Bevölkerungszahl vorauszuberechnen, müssen Annahmen bezüglich der künftigen Entwicklung der Geburtenhäufigkeit, der Sterblichkeit sowie der Zu- und Fortzüge jeweils nach Alter und Geschlecht getroffen werden. Diese Annahmen basieren auf der Beurteilung der Entwicklung dieser Komponenten in den vorangegangenen Jahren.
Die Vorausberechnung geht von der tatsächlichen Bevölkerung eines ausgewählten Basisjahres in der Gliederung nach einzelnen Altersjahren und differenziert nach Geschlecht zu einem bestimmten Stichtag aus. Die Berechnung wird für jedes einzelne Jahr des Vorausberechnungszeitraums durchgeführt. Für jedes Jahr werden die bereits lebenden Jahrgänge der nächst-höheren Altersstufe zugeordnet, indem sie um erwartete Sterbefälle vermindert und um den jeweiligen Wanderungssaldo korrigiert werden. Gleichzeitig werden die prognostizierten Lebendgeborenen hinzugefügt, die die neu hinzukommenden Jahrgänge bilden. Auch die neuen Geburtenjahrgänge werden ebenfalls von Jahr zu Jahr um die erwarteten Sterbefälle und den Wanderungssaldo berichtigt. Die Anzahl der Lebendgeborenen und der Gestorbenen wird für jeden einzelnen Jahrgang berechnet, indem die altersspezifischen Annahmen zur Geburtenhäufigkeit und zur Sterblichkeit angewendet werden. Die Wanderungen in der Vorausberechnung ergeben sich aus dem angenommenen Wanderungssaldo und seiner Altersstruktur.
Die Vorausberechnungen für Deutschland einerseits und für die Länder andererseits erfolgen separat und werden vom Statistischen Bundesamt und den Statistischen Landesämtern durchgeführt. Dadurch finden sowohl für Deutschland insgesamt als auch für jedes Land klar definierte und im statistischen Verbund abgestimmte Annahmen Anwendung.
Methodik der regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung
Bevölkerungsvorausberechnungen modellieren die zukünftige Bevölkerungszahl und Struktur auf Basis der zu Grunde gelegten Annahmen zur Fertilität (Geburten), Mortalität (Sterbefälle) und Migration (Wanderung). Im Statistischen Verbund wird hierzu die sogenannte Kohorten-Komponenten-Methode (siehe Abbildung) verwendet. Bei dieser Methode lassen sich die Geburtsjahrgänge (Kohorten) für jedes einzelne Vorausberechnungsjahr hypothetisch fortschreiben.
In die Berechnung fließen drei Komponenten ein: Geburten, Sterbefälle und Wanderungen. Um Geburten, Sterbefälle und Wanderungsbewegungen berücksichtigen zu können, sind Annahmen hinsichtlich deren Entwicklung zu treffen. Dabei werden die Annahmen zur Wanderung mit dem Kürzel „W“ versehen, Annahmen zur Geburtenhäufigkeit mit „G“ und Annahmen zur Mortalität mit „L“ abgekürzt. Wird die Berechnung für mehrere Annahmen durchgeführt (Varianten), so sind diese mit einem Zahlenkürzel versehen. Ausgangsbasis für die Berechnung bildet der Bevölkerungsstand nach Bevölkerungsfortschreibung zum Jahresende.
Kohorten-Komponenten-Modell
Koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung
Die koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung (kBV) liefert Zahlen für den Bund und alle Bundesländer. Sie wird vom Statistischen Bundesamt in Abstimmung mit den statistischen Ämtern der Länder erarbeitet. Meist werden dabei verschiedene Varianten der zukünftigen demographischen Entwicklung berücksichtigt. Die Modellierung wird für etwa die kommenden 50 Jahre durchgeführt.
Die Ergebnisse sowie ausführliche Beschreibungen der Annahmen und Varianten der koordinierten Bevölkerungsvorausberechnungen ist auf der Internetseite des Statistischen Bundesamtes zu finden.
Regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung
Die regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung (rBV) liefert Zahlen für alle Kreise, kreisfreien Städte sowie großen Städte mit Bevölkerungszahlen von etwa 30.000 oder mehr. Auch hier werden verschiedene Varianten berechnet, die sich an den Ergebnissen der letzten koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung orientieren. Es werden meist etwa die kommenden 20 Jahre betrachtet und die Berechnung wird vom Landesamt für Statistik Niedersachsen in regelmäßigen Abständen durchgeführt.
Eine ausführliche Beschreibung der verwendeten Methodik sowie der getroffenen Annahmen der 5. regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung ist hier zu finden:
Eine Übersicht der Veröffentlichungen des LSN zu dem Thema kann der Übersicht der „Fachbeiträge" entnommen werden.
Kleinräumige Bevölkerungsvorausberechnung
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