Herr Dr. Voit
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Ergebnisse der 5. regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung in Niedersachsen
Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN)
Wie verändert sich die Bevölkerung in Niedersachsen und seinen Regionen in den nächsten 20 Jahren? Wo gibt es Bevölkerungswachstum oder wo wird die Bevölkerungszahl rückläufig sein? Wie entwickelt sich die Zahl der Menschen im Erwerbsalter, der Bedarf an Pflegekräften oder wie hoch werden die kommunalen Einnahmen sein?
Antworten auf alle diese Fragen hängen direkt oder indirekt von der zukünftigen Bevölkerungsentwicklung in Niedersachsen ab. Die Ergebnisse der 5. regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung für Niedersachsen bieten eine wichtige Informationsbasis für nachgelagerte Planungen von Politik, Verwaltung und Wissenschaft.
Die Bevölkerungszahl in Niedersachsen reduziert sich um etwa 435.000 Personen
Die Bevölkerungsentwicklung in Niedersachsen ist maßgeblich von der zukünftigen Nettozuwanderung aus dem Ausland abhängig. Um diese Abhängigkeit deutlich zu machen, wurden für die regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung drei verschiedene Wanderungsannahmen getroffen und als eigenständige Modelle berechnet (W1, W2 und W3). Die angenommene Entwicklung der Fertilität und Mortalität ist in allen Varianten identisch, wobei für die Geburtenrate und die Lebenserwartung moderate Anstiege angenommen wurden. Eine Übersicht aller getroffenen Annahmen und Varianten ist hier zu finden.
Bei moderater Zuwanderung aus dem Ausland wird Niedersachsen im Jahr 2045 voraussichtlich eine Einwohnerzahl von etwa 7,6 Millionen Menschen haben, was im Vergleich zum Ausgangsjahr 2024 einem Rückgang der niedersächsischen Bevölkerungszahl von etwa 435.000 Personen bzw. 5,4% entspricht.
Selbst unter der Annahme, dass durchschnittlich relativ viele Personen in den nächsten Jahren nach Niedersachsen zuwandern (W3) ist ein Bevölkerungsrückgang zu erwarten. Im Szenario mit geringer Zuwanderung (W1) könnten im Jahr 2045 sogar nur noch 7,4 Millionen Menschen in Niedersachsen leben.
Im Südosten des Landes sind die Bevölkerungsverluste am höchsten
Besonders deutlich sind die Bevölkerungsrückgänge bei moderater Zuwanderung im südöstlichen Niedersachsen. Die Bevölkerungszahl der Statistischen Region Braunschweig wird voraussichtlich in den nächsten 20 Jahren um ca. 120.000 Personen (-7,6%) schrumpfen. Allein im Landkreis Göttingen werden im Jahr 2045 rund 55.000 (-16,6%) Menschen weniger leben als zum Ende des Jahres 2024 (2024: 328.028 Personen). Auch für die Universitätsstadt Göttingen muss ein Minus von rund 16.300 Personen (-12,8%) angenommen werden.
Außerdem werden einige eher dünn besiedelte Gebiete in Niedersachsen besonders vom Rückgang der Bevölkerung betroffen sein. So wird die Bevölkerungszahl des Heidekreises voraussichtlich um ca. 12,4% schrumpfen und auch für die Landkreise Holzminden (-11,2%) und Goslar (-9,6%) können Rückgänge von knapp 10 und mehr Prozent bei der Bevölkerung erwartet werden.
Im Einzugsgebiet der Städte Hannover und Wolfsburg sowie in den Küstenregionen geringere Bevölkerungsrückgänge
Dagegen sind in Regionen im Einzugsgebiet der Städte Hannover und Wolfsburg weniger starke Bevölkerungsverluste zu erwarten. Für die Stadt Langenhagen ergaben die Vorausberechnungen bspw. eine Bevölkerungszahl von rund 53.400 Personen für das Jahr 2045, was im Vergleich zum Ausgangsjahr 2024 einen Rückgang von ca. -1,4% bedeuten würde. Die Bevölkerungszahl der Landkreise Peine (-0,5%) und Gifhorn (-0,7%) bleibt im Betrachtungszeitraum von 2024 bis 2045 relativ stabil.
Auch in den Küstenregionen Niedersachsens ergaben die Berechnungen eher moderate Bevölkerungsrückgänge von unterhalb von fünf Prozent.

