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Amtliche Einwohnerzahl versus Melderegister

Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN)


Melderegister Bildrechte: LSN

Warum gibt es Abweichungen zwischen den Zahlen der regionalen Melderegister und der amtlichen Einwohnerzahl der Statistik?

Die amtlichen Einwohnerzahlen werden auf der Basis der jeweils letzten allgemeinen Zählung (aktuell: Zensus 2011) unter Zugrundelegung der von den Standesämtern gemeldeten Geburten und Sterbefälle sowie der im Meldewesen übermittelten Zu- und Fortzüge auf Gemeindeebene fortgeschrieben.

Aufgrund des Rückspielverbots (Volkszählungsurteil VZ 1983) erhalten die Meldebehörden keine Rückmeldungen über die durch den Zensus gewonnen Ergebnisse und vorgenommenen Korrekturen und können somit ihre Melderegister auch nach Durchführung des Zensus nicht anpassen. Daher ergeben sich in der Regel immer Differenzen zwischen den Einwohnerzahlen in den Melderegistern und der amtlichen Bevölkerungsfortschreibung.

In der amtlichen Statistik werden sämtliche Bevölkerungsbewegungen in Niedersachsen seit 1985 nach dem Hauptwohnungsbegriff (alleinige Wohnung bzw. Hauptwohnung) ausgewertet. Der Zweitwohnsitz (Nebenwohnung) wird bei der Zählung also nicht berücksichtigt.

Nach §27(2) Bundesmeldegesetz gibt es eine allgemeine Ausnahme zur Meldepflicht für Aufenthalte unter 3 Monaten für Personen mit Wohnsitz im Ausland. Anmeldungen bei Aufenthalten kürzer als 3 Monate werden registriert, wenn zum Beispiel eine Person eine Meldebescheinigung benötigt und sich anmeldet. Personen, die sich vorübergehend in Deutschland aufhalten (Besucherinnen und Besucher, Saisonarbeiterinnen und Saisonarbeiter u. Ä.) werden in der amtlichen Statistik auch zur Bevölkerung gezählt, sofern sie bei den Meldebehörden angemeldet sind. Für die Erfassung in der Bevölkerungsfortschreibung gibt es somit keine allgemeine Mindestaufenthaltsdauer.

Die vom LSN ermittelten amtlichen Einwohnerzahlen sind relevant für zahlreiche politische Entscheidungen. Vor allem sind sie Grundlage für den Finanzausgleich zwischen Bund und Ländern, die Festlegung der Wahlbezirke und die Bezahlung der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister.

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