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Verdienste in Niedersachsen - Methodische Hinweise

Landesamt für Statistik Niedersachsen


Frau im Hintergrund fügt Balken zu einem Diagramm im Vordergrund hinzu Bildrechte: LSN

Methodische Hinweise zur Vierteljährlichen Verdiensterhebung

Die zentralen Ergebnisse der Vierteljährlichen Verdiensterhebung sind der Nominal- und der Reallohnindex. Diese Indizes werden seit dem Berichtsjahr 2007 berechnet.

In die Berechnung des Nominallohnindex fließen die durchschnittlichen Bruttomonatsverdienste (einschließlich Sonderzahlungen) aller vollzeit-, teilzeit- und geringfügig beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich ein.

Der Nominallohnindex wird als Laspeyres-Kettenindex berechnet. Bei der Indexberechnung nach Laspeyres wird die Arbeitnehmerstruktur aus dem jeweiligen Vorjahr übernommen.



Die Anzahl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bleiben nach Wirtschaftszweigen, Leistungsgruppen und Geschlecht für alle Berichtsquartale identisch, nur die Verdienste weichen ab. Somit kann durch den Laspeyres-Kettenindex gezeigt werden, wie sich die durchschnittlichen Bruttoverdienste der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verändert hätten, wenn im jeweiligen Vergleichszeitraum die gleiche Struktur der Arbeitnehmerschaft wie im Vorjahr bestanden hätte.

In die Berechnung des Reallohnindex fließen der Nominallohnindex und der Verbraucherpreisindex ein. Der Verbraucherpreisindex gibt die durchschnittliche Preisentwicklung aller Waren und Dienstleistungen wieder, die private Haushalte für Konsumzwecke erwerben. Der Reallohnindex entspricht dem Quotienten aus dem Nominallohnindex geteilt durch den Verbraucherpreisindex.

Besondere Rahmenbedingungen durch die Corona-Pandemie im Jahr 2020

In der Zeit der Corona-Pandemie sind politisch die Möglichkeiten zur Kurzarbeit für das Jahr 2020 und 2021 stark ausgeweitet worden. Dadurch ist es in zahlreichen Betrieben in Niedersachsen zu einem starken Anstieg der Zahl der Beschäftigten in Kurzarbeit gekommen. Für die Ergebnisse in der Verdienststatistik ergibt sich daraus ein erhöhter Erklärungsbedarf bei der Interpretation.

Die veröffentlichten Bruttoverdienste beinhalten ausschließlich die von Arbeitgeberseite gezahlten Verdienste. Kurzarbeitergeld (KuG) ist eine Lohnersatzleistung, die von der Bundesagentur für Arbeit bezahlt wird, sie ist deshalb in den ausgewiesenen Bruttoverdiensten nicht enthalten. Arbeitnehmende, die von Kurzarbeit betroffen sind, werden mit den entsprechend gekürzten Verdiensten und gekürzten Arbeitsstunden in die Datenmeldung der Verdienststatistik einbezogen. Arbeitnehmende, die für einen ganzen Kalendermonat ausschließlich Kurzarbeitergeld erhalten (sog. Kurzarbeit Null), werden in jenem Monat bei der Verdienststatistik nicht erfasst.

Diese Vorgaben erklären zum Teil die stärkeren Abweichungen bei den Ergebnissen für das vorliegende 2. Quartal 2020 im Vergleich zu früheren Erhebungszeiträumen. So erscheint zum Beispiel ein Anstieg des Bruttostundenverdienstes in dieser wirtschaftlich schwierigen Phase grundsätzlich eher ungewöhnlich, ist aber zu erklären. Eine Steigerung resultiert unter anderem daraus, dass einige meldepflichtige Betriebe das Kurzarbeitergeld ihrer Beschäftigten aufgestockt haben. Da viele Beschäftigte durch die Corona-Pandemie bedingt aber zum Teil deutlich weniger Stunden gearbeitet haben, steigt der effektive Stundenlohn statistisch gesehen an.

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