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Verdienste in Niedersachsen

Landesamt für Statistik Niedersachsen


Gehaltsabrechnung liegt zwischen 50-Euro-Scheinen Bildrechte: https://pixabay.com

Der Verdienst ist für viele Menschen die wichtigste Einkommensquelle. Durch die Höhe der Einkünfte und die Verdienstentwicklung werden beispielsweise der Lebensstil, die Kaufkraft sowie die gesellschaftliche Teilhabe beeinflusst.

Die Verdienststatistiken stellen unter anderem Daten zu Bruttomonatsverdiensten und Arbeitszeiten in Niedersachsen zur Verfügung. Die Höhe der Verdienste ist von verschiedenen Faktoren wie Tarifbindung, Branchen und Arbeitszeit abhängig.

Neben den Verdienstunterschieden zwischen Männern und Frauen, dem sogenannten Gender Pay Gap, kann mithilfe der Daten aus den Verdienststatistiken die Entwicklung der Nominal- und Reallöhne in Niedersachsen aufgezeigt werden.

Die Vierteljährliche Verdiensterhebung, die Verdienststrukturerhebung und die freiwillige Verdiensterhebung werden künftig zu einer neuen Verdiensterhebung zusammengefasst. Diese neue Verdiensterhebung wird einmalig für den Berichtsmonat April 2021 und ab Januar 2022 monatlich durchgeführt.

Die Daten für die Vierteljährliche Verdiensterhebung werden in Niedersachsen letztmalig für das 4. Quartal 2021 erhoben. Die Verdienststrukturerhebung ist bereits nach der Erhebung im Jahr 2018 eingestellt worden. Die freiwillige Verdiensterhebung wurde im Jahr 2019 zum letzten Mal durchgeführt.

Was beinhaltet die neue Verdiensterhebung?

Die neue Verdiensterhebung umfasst die Wirtschaftsbereiche Landwirtschaft, das Produzierende Gewerbe und den Dienstleistungsbereich (Wirtschaftszweige A bis S der Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008). Monatlich werden die Arbeitnehmermerkmale für sämtliche Beschäftigte der Betriebe erfragt. Neben den Verdienstangaben, den bezahlten Arbeitsstunden und dem Beschäftigungsbeginn gehören auch die sozioökonomischen Merkmale wie Geschlecht, Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit oder der Tätigkeitsschlüssel der Bundesagentur für Arbeit zum Erhebungsumfang.

Diese Verdiensterhebung wird in Deutschland bei höchstens 58.000 ausgewählten Betrieben durchgeführt, die nach einem mathematisch-statistischen Zufallsverfahren ausgewählt werden. Es handelt sich also um eine sogenannte repräsentative Stichprobe. In Niedersachsen befragt das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) rund 4.600 Betriebe.

Die Merkmale der neuen Verdiensterhebung entsprechen den Vorgaben der Entgeltbescheinigungsverordnung. Diese Daten liegen in der Lohnabrechnungssoftware und als Personalstammdaten in den Betrieben vor. Der große Vorteil der neuen Verdiensterhebung ist, dass die Daten 1:1 aus dem betrieblichen Lohnabrechnungswesen entnommen und dann über das Online-Meldeverfahren eSTATISTIK.core monatlich automatisiert an das LSN übermittelt werden können. Auch eine Datenübermittlung über das Online-Verfahren InternetDatenErhebung im Verbund (IDEV) ist möglich.

Welche Daten werden in der Vierteljährlichen Verdiensterhebung erfasst?

Die Vierteljährliche Verdiensterhebung stellt kurzfristig Daten über die Entwicklung der Bruttomonats- und Bruttostundenverdienste in Niedersachsen sowie über die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit zur Verfügung.

Die Erhebung umfasst das Produzierende Gewerbe und den Dienstleistungsbereich. Bei den auskunftspflichtigen Betrieben werden die Anzahl der vollzeit-, teilzeit- und geringfügig beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, ihre bezahlten Arbeitsstunden (außer von geringfügig Beschäftigten) und ihre Bruttoverdienstsummen einschließlich Sonderzahlungen erfragt. Neben dem Geschlecht erfolgt eine Aufgliederung der Angaben nach Leistungsgruppen, zum Beispiel Personen in leitender Stellung mit Aufsichts- und Dispositionsbefugnis (Leistungsgruppe 1 von fünf Leistungsgruppen).

Aus allen Betrieben des Produzierenden Gewerbes und des Dienstleistungsbereichs mit zehn und mehr beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern wird eine Stichprobe gezogen. In bestimmten, festgelegten Wirtschaftszweigen, die durch eine Vielzahl von kleinen Betrieben gekennzeichnet sind, werden jedoch alle Betriebe mit fünf und mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in die Stichproben einbezogen.

In den Ergebnissen der Vierteljährlichen Verdiensterhebung sind unter anderem folgende Personen nicht abgebildet:

  • Arbeitnehmerinnen und Arbeitsnehmer in Altersteilzeit,
  • Auszubildende,
  • Praktikantinnen und Praktikanten,
  • tätige Inhaberinnen und Inhaber ohne Arbeitsvertrag,
  • Personen im Vorruhestand und
  • Personen im freiwilligen sozialen oder ökologischen Jahr.

Insgesamt werden im Rahmen dieser Statistik in Niedersachsen rund 3.500 Betriebe und deutschlandweit etwa 40.500 Betriebe befragt.

Was beinhaltete die Verdienststrukturerhebung?Die Verdienststrukturerhebung erfasste alle vier Jahre Daten zu Verdiensten und Arbeitszeiten in Niedersachsen. Letztmalig wurde diese Erhebung für das Berichtsjahr 2018 durchgeführt. Für jede Arbeitnehmerin und jeden Arbeitnehmer wurden Angaben zum Geschlecht, zum Geburtsjahr, der Dauer der Unternehmenszugehörigkeit sowie zum Beruf und zum Ausbildungsabschluss erhoben.

Die Erhebung umfasste zudem Angaben zu der Anzahl der bezahlten Arbeitsstunden, Angaben zum Tarifvertrag, den Leistungsgruppen sowie zur Art der Beschäftigung und dem Umfang des Urlaubsanspruchs.

Auch die Verdienststrukturerhebung war eine Stichprobenerhebung. Die Stichprobenziehung erfolgte zweistufig. Auf der ersten Stufe wurden maximal 60.000 Betriebe deutschlandweit ausgewählt. Die Auswahl der Betriebe erfolgte geschichtet nach Ländern, Wirtschaftszweig und Betriebsgrößenklasse, um die Verhältnisse in den Ländern möglichst repräsentativ abzubilden. Auf der zweiten Stufe wurden innerhalb der Betriebe Beschäftigungsverhältnisse per Zufallsverfahren ausgewählt.

In Niedersachsen befragte das Landesamt für Statistik Niedersachsen circa 5.200 Betriebe. Die Verdienststrukturerhebung bildete die Wirtschaft nahezu vollständig ab, vom Wirtschaftszweigabschnitt A (Land- und Forstwirtschaft, Fischerei) bis zum Wirtschaftszweig S (Erbringung von sonstigen Dienstleistungen).

In die Statistik einbezogen wurden nur Personen, die über den gesamten Berichtsmonat beschäftigt waren und für die im Berichtsmonat eine Lohnzahlung erfolgte. Auch ruhende Beschäftigungsverhältnisse wurden dementsprechend nicht berücksichtigt.

Weitere Informationen finden Sie in den methodischen Hinweisen.

Wozu wird die Verdienststatistik benötigt?

Durch die neue Verdiensterhebung stehen Daten zum durchschnittlichen Verdienstniveau in Niedersachsen zur Verfügung, ebenso Informationen zur Anzahl der vom Mindestlohn betroffenen Personen und zum Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern (Gender Pay Gap). Zudem bilden die Ergebnisse eine Datengrundlage für das Erfüllen diverser Verordnungen auf europäischer und nationaler Ebene sowie zur Berechnung wichtiger Indikatoren. Hierzu zählen zum Beispiel die Berechnung des Arbeitnehmerentgelts der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen des Bundes und der Länder sowie die des Arbeitskostenindex.

Die Ergebnisse der Vierteljährlichen Verdiensterhebung dienen zur Klärung von lohn- und tarifpolitischen Fragen und zu Berechnungen von Berufsschadensausgleichen. Zudem werden die Ergebnisse von mehreren Konjunktur- und Strukturstatistiken genutzt, zum Beispiel zur Berechnung der Arbeitnehmerentgelte im Rahmen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen und zur Erfüllung mehrerer europäischer und nationaler Rechtsgrundlagen.

So ermöglicht die Vierteljährliche Verdiensterhebung Aussagen zur kurzfristigen Konjunkturentwicklung anhand der Entwicklung von Durchschnittsverdiensten in Niedersachsen.

Mithilfe des Nominallohnindex ist durch die verschiedenen Gliederungsebenen (Branchen, Gebietsstand, Beschäftigungsart, Geschlecht, Qualifikationsprofil des Arbeitsplatzes) eine genauere Analyse der Verdienstentwicklungen möglich.

Aussagen zur realen Entwicklung der Verdienste in Niedersachsen unter Berücksichtigung der Entwicklung der Verbraucherpreise bietet hingegen der Reallohnindex.

Die Verdienststrukturerhebung lieferte Ergebnisse zu Niedrigverdiensten, Mindestentgelten, Unterschieden bei Verdiensten von Frauen und Männern und zu durchschnittlichen Verdiensten in Niedersachsen in verschiedenen Berufsgruppen und Branchen.

Alle diese Daten benötigen Regierungen auf Bundes- und Landesebene, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen, die Mindestlohnkommission, die regionalen Vertretungen der gewerblichen Wirtschaft, die wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Forschung sowie Versicherungsunternehmen zur Beurteilung des aktuellen Arbeitsmarktes und für politische Entscheidungen bezüglich Tarifvereinbarungen und der Festlegung von Mindestlöhnen.

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