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Verdienste in Niedersachsen

Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN)


Gehaltsabrechnung liegt zwischen 50-Euro-Scheinen

Der Verdienst ist für viele Menschen die wichtigste Einkommensquelle. Durch die Höhe der Einkünfte und die Verdienstentwicklung werden beispielsweise der Lebensstil, die Kaufkraft sowie die gesellschaftliche Teilhabe beeinflusst.

Die Verdienststatistiken stellen unter anderem Daten zu Bruttomonatsverdiensten und Arbeitszeiten in Niedersachsen zur Verfügung. Die Höhe der Verdienste ist von verschiedenen Faktoren wie Tarifbindung, Branchen und Arbeitszeit abhängig.

Neben den Verdienstunterschieden zwischen Männern und Frauen, dem sogenannten Gender Pay Gap, kann mithilfe der Daten aus den Verdienststatistiken die Entwicklung der Nominal- und Reallöhne in Niedersachsen aufgezeigt werden.

Veränderungsraten des Reallohnindex, Nominallohnindex sowie des Verbraucherpreisindex in Niedersachsen von 2008 bis 2018 im Vergleich zum Vorjahr - Angaben in Prozent  

Zu den Verdienststatistiken gehören die Vierteljährliche Verdiensterhebung (VVE) und die Verdienststrukturerhebung (VSE).

Welche Daten werden in der Vierteljährlichen Verdiensterhebung erfasst?

Die Vierteljährliche Verdiensterhebung stellt kurzfristig Daten über die Entwicklung der Bruttomonats- und Bruttostundenverdienste in Niedersachsen sowie über die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit zur Verfügung.

Die Erhebung umfasst das Produzierende Gewerbe und den Dienstleistungsbereich. Bei den auskunftspflichtigen Betrieben werden die Anzahl der vollzeit-, teilzeit- und geringfügig beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, ihre bezahlten Arbeitsstunden (außer von geringfügig Beschäftigten) und ihre Bruttoverdienstsummen einschließlich Sonderzahlungen erfragt. Neben dem Geschlecht erfolgt eine Aufgliederung der Angaben nach Leistungsgruppen, zum Beispiel Personen in leitender Stellung mit Aufsichts- und Dispositionsbefugnis (Leistungsgruppe 1 von fünf Leistungsgruppen).

Aus allen Betrieben des Produzierenden Gewerbes und des Dienstleistungsbereichs mit zehn und mehr beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern wird eine Stichprobe gezogen. In bestimmten, festgelegten Wirtschaftszweigen, die durch eine Vielzahl von kleinen Betrieben gekennzeichnet sind, werden jedoch alle Betriebe mit fünf und mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in die Stichproben einbezogen.

In den Ergebnissen der Vierteljährlichen Verdiensterhebung sind unter anderem folgende Personen nicht abgebildet:

  • Arbeitnehmerinnen und Arbeitsnehmer in Altersteilzeit,
  • Auszubildende,
  • Praktikantinnen und Praktikanten,
  • tätige Inhaberinnen und Inhaber ohne Arbeitsvertrag,
  • Personen im Vorruhestand und
  • Personen im freiwilligen sozialen oder ökologischen Jahr.

Insgesamt werden in Niedersachsen rund 3.500 Betriebe und deutschlandweit etwa 40.500 Betriebe befragt.

Was beinhaltet die Verdienststrukturerhebung?

Die Verdienststrukturerhebung erfasst alle vier Jahre Daten zu Verdiensten und Arbeitszeiten in Niedersachsen. Für jede Arbeitnehmerin und jeden Arbeitnehmer werden Angaben zum Geschlecht, zum Geburtsjahr, der Dauer der Unternehmenszugehörigkeit sowie zum Beruf und zum Ausbildungsabschluss erhoben.

Die Erhebung umfasst zudem Angaben zu der Anzahl der bezahlten Arbeitsstunden, Angaben zum Tarifvertrag, den Leistungsgruppen sowie zur Art der Beschäftigung und dem Umfang des Urlaubsanspruchs.

Auch die Verdienststrukturerhebung ist eine Stichprobenerhebung. Die Stichprobenziehung erfolgt zweistufig. Auf der ersten Stufe werden maximal 60.000 Betriebe deutschlandweit ausgewählt. Die Auswahl der Betriebe erfolgt geschichtet nach Ländern, Wirtschaftszweig und Betriebsgrößenklasse, um die Verhältnisse in den Ländern möglichst repräsentativ abzubilden. Auf der zweiten Stufe werden innerhalb der Betriebe Beschäftigungsverhältnisse per Zufallsverfahren ausgewählt.

In Niedersachsen befragt das Landesamt für Statistik circa 5.200 Betriebe. Die Verdienststrukturerhebung bildet die Wirtschaft nahezu vollständig ab, vom Wirtschaftszweigabschnitt A (Land- und Forstwirtschaft, Fischerei) bis zum Wirtschaftszweig S (Erbringung von sonstigen Dienstleistungen).

In die Statistik einbezogen werden nur Personen, die über den gesamten Berichtsmonat beschäftigt waren und für die im Berichtsmonat eine Lohnzahlung erfolgte. Auch ruhende Beschäftigungsverhältnisse werden dementsprechend nicht berücksichtigt.

Weitere Informationen finden Sie in den methodischen Hinweisen.

Wozu dienen die Verdienststatistiken?

Die Ergebnisse der Vierteljährlichen Verdiensterhebung dienen zur Klärung von lohn- und tarifpolitischen Fragen und zu Berechnungen von Berufsschadensausgleichen. Zudem werden die Ergebnisse von mehreren Konjunktur- und Strukturstatistiken zum Beispiel zur Berechnung der Arbeitnehmerentgelte im Rahmen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen als Dateninput zur Erfüllung mehrerer europäischer und nationaler Rechtsgrundlagen genutzt.

So ermöglicht die Vierteljährliche Verdiensterhebung Aussagen zur kurzfristigen Konjunkturentwicklung anhand der Entwicklung von Durchschnittsverdiensten in Niedersachsen.

Mithilfe des Nominallohnindex ist durch die verschiedenen Gliederungsebenen (Branchen, Gebietsstand, Beschäftigungsart, Geschlecht, Qualifikationsprofil des Arbeitsplatzes) eine genauere Analyse der Verdienstentwicklungen möglich.

Aussagen zur realen Entwicklung der Verdienste in Niedersachsen unter Berücksichtigung der Entwicklung der Verbraucherpreise bietet hingegen der Reallohnindex.

Die Verdienststrukturerhebung liefert Ergebnisse zu Niedrigverdiensten, Mindestentgelten, Unterschieden bei Verdiensten von Frauen und Männern und zu durchschnittlichen Verdiensten in Niedersachsen in verschiedenen Berufsgruppen und Branchen.

Diese Daten benötigen Regierungen auf Bundes- und Landesebene, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen, die Mindestlohnkommission, die regionalen Vertretungen der gewerblichen Wirtschaft, die wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Forschung sowie Versicherungsunternehmen.

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